STONE BLUE ELECTRIC - Speaking Volumes

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VÖ: 01.02.2019
Bandinfo: STONE BLUE ELECTRIC
Genre: Rock
Label: OMN Label Services
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Lineup  |  Trackliste

Wieder mal ein Musiker einer bekannten Band, der mit anderen Kumpels einen Alleingang macht und etwas Neues auf die Beine stellt. Im Falle von Sami Osala, Schlagzeuger von SUNRISE AVENUE, fällt der Alleingang rockiger und rauer aus. Die Mitglieder von STONE BLUE ELECTRIC kommen alle aus der Rockrichtung und kennen sich hauptsächlich aufgrund von Live-Auftritten mit Coversongs. Während der Proben dafür entstand das neue Material, das im weiteren zu „Speaking Volumes“ führte.

Das weiche, runde, poppige Feeling von SUNRISE AVENUE weicht einer erdigeren Linie, die zurück zu einem ursprünglicheren Rock führt. Sänger Patrik Eriksson passt auch in diese Linie, denn er singt rauer und rauchiger. Das neue Album richtet sich daher nicht unbedingt an Fans der bekannten Band, sondern zielt auf eine neue Zielgruppe, nämlich älteres Publikum und/oder Rock-Fans, die auf der Suche nach Musik ohne Schnick-Schnack sind und die ein wenig an die alten Zeiten erinnert.

Das schaffen STONE BLUE ELECTRIC recht gut. Der Opener „Generation Snowflake“ ist mit geradlinigen Hooks gesegnet, das melodische „Gydiar“ hat einen lässigen Refrain und Melodien, die zum mittappen einladen. Moderner wird der Gitarrensound bei „I S’pose It’s A Shame“. Hier wechseln rockige Midtempo-Strecken mit langsamen Gesangseinlagen. Knackig-rockig das flotte „Every Picture Tells A Story“, wo man viel von Sami hört, das heißt oft gibt es Schlagzeug alleine oder nur Schagzeug & Gitarre. Im Endeffekt zeigt diese Spielweise direkt Punk-Einfluss. Bei „Ants In Your Pants“ wird es wieder entspannter und es wird weicher gespielt und gesungen. Das Ergebnis ist ein breitentauglicher Song, mit mehreren lässigen Gitarrensoli.

„Screaming At The Disco“ – Hallo? Ihr auch? Anscheinend ist das ein neuer Trend in der Branche: die Kombination von Rocksound mit Disco-Fox. Zumeist kommt da etwas ziemlich Lässiges mit viel Schwung raus, das aber nicht jedermanns Sache ist, weil diese Kombinationen doch eine recht große Genre-Toleranz erfordern. Mir gefällt es, und daher finde ich diese Variante von STONE BLUE ELECTRIC, die mit dem Gitarrensound mehr auf der harten Seite bleibt, gut gelungen. Der Song ist super zum Mitgrölen und eine absolute Partynummer bzw. sehr live-tauglich.

Nach dem Kracher geht’s zurück zu bluesigerem Sound. „Hey Sue“ ist ein breitentaugliches Stück, das auch die SUNRISE AVENUE Fans ansprechen kann. Schwungvoll und leicht rau groovt die Nummer dahin. Der Südstaaten-Rock kommt nun stärker durch. Auch „Hallelujah“ ist eine bluesig angehauchte Rocknummer, der Rhythmus ist langsam und ölig, Schlagzeug und Bass dominieren mit ihrem Groove, die Vocals punkten voll.

Bei den letzten beiden Nummern setzt man einerseits auf schwungvollen modernisierten Rock („Those Everlasting Lies“) und andererseits auf akustisches Gitarrenspiel sowie gefühlvolle Vocals. Mit dem Streicherensemble, dem Chor und dem gefühlvollen Songwriting mausert sich „Month Of June“ zu einem balladesken Höhepunkt und gleichzeitig Ende des Albums. Natürlich hätte man als letzte Nummer auch wieder etwas rockiges nehmen können, so bleibt vor allem der ruhige Ausklang in Erinnerung.

Fazit: Ein bodenständiges Album, mit erdigem, ursprünglichen Sound, der vor allem von klassischem und bluesigem Rock dominiert wird. Dazu gibt es aber auch mal Disco-Fox, etwas Punkiges oder Balladenhaftes. Immer herausstechend: der Sänger. Die leicht rauen Vocals von Patrik Eriksson gefallen. Hier werden sich viele zuhause finden, die neutrale Rock-Musik bevorzugen, aber nicht unbedingt die SUNRISE AVENUE Anhänger, weil es doch in eine etwas andere Richtung geht.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Lady Cat (01.02.2019)

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