GROZA - Unified In Void

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VÖ: 30.11.2018
Bandinfo: GROZA
Genre: Black Metal
Label: AOP Records
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Lineup  |  Trackliste

Schwarz, schwärzer, GROZA. Wer jetzt sofort an MGLAs gleichnamiges Debüt denkt, der liegt so schlecht nicht – denn wiewohl die ursprünglich als Soloprojekt gestarteten, aber schnell zur vollwertigen vierköpfigen Band gewachsenen Deutschen sich tatsächlich nach eingangs erwähntem Album benannt haben, sind auch die stilistischen Parallelen unübersehbar. Und sapperlot – kleidsame, entpersonifizierende Kapuzen sind im Black Metal wohl der neue heiße Scheiß! Corpsepaint war gestern, jetzt zwängt man seinen Schädel in hautenges schwarzes Lycra, um entrückt von schnöder Personifizerung im Bühnennebel und Schummerlicht zu lärmen.

Und genau das tun GROZA auch auf ihrem Debüt „Unified in Void“: lärmen. Auf herzerfrischend erdige Weise rumpeln fünf starke Tracks aus den Boxen, stilistisch nah an obig erwähnten Vorbildern gebaut, aber dennoch mit genügend Würze, um keine Langweile aufkommen zu lassen. Die Urgewalt ruppiger Riffs, zwischen elegischen Gitarrenläufen („Ouroboros“, „Thanatos“) und stampfend-knarzigem Stakkato („Amongst The Worms“), bohrt sich tief in die Gehirnwindungen und versetzt den Nacken wie von selbst in Rotation. Dabei erfinden GROZA den tiefschwarzen Schwermetall nicht neu, verstehen es aber die diversen Einflüsse, vom polnischen Dampfhammer bis hin zu den nordischen Urvätern des Genres, ansprechend unterhaltsam zu vermengen, sodass sich trotz noch wenig eigener Note ein überraschend starkes Album ergibt.

Für ein Debüt, das sich ja oftmals mehr oder minder stark an diversen Einflüssen orientiert, ist das alles andere als schlecht – im Gegenteil! Dass sich GROZA auch qualitativ äußerst nah an ihre Vorbilder halten können, was aus der ausgewogenen, aber dennoch ansprechend knarzigen Produktion, sowie an der gesanglichen Bandbreite, von gewaltigen Growls bis zu irrem Kreischen, hervorgeht, darf man als großes Potenzial und Vorbote zu großen Taten ansehen. Wenn sich GROZA ein kleines Stück weit von ihren Vorbildern lösen und eine eigene Duftmarke etablieren können, während sie gleichzeitig weiterhin die Essenz ruppiger Melodien in ihre Songs destillieren, dann steht uns hier tatsächlich der neue heiße Scheiß im schwarzmetallischen Universum ins Haus. Unterm Strich ist „Unified In Void“ nämlich alles andere als langweilig!

 



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Anthalerero (03.02.2019)

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