BATTLE BEAST - No More Hollywood Endings

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VÖ: 22.03.2019
Bandinfo: BATTLE BEAST
Genre: Heavy Metal
Label: Nuclear Blast Records
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Lineup  |  Trackliste

Rekapitulieren wir noch einmal kurz, weshalb sich BATTLE BEAST seinerzeit von ihrem Gitarristen und Hauptsongwriter Anton Kabanen getrennt haben – wegen musikalischer Differenzen. Dieser rief hernach BEAST IN BLACK ins Leben und machte so weiter wie bisher – im gleichen Fahrwasser wie BATTLE BEAST. Nun haben wir also zwei Kapellen, die so ziemlich gleich klingen und die in kurzem Abstand hintereinander ihre Alben veröffentlichen – kürzlich machte die Konkurrenz mit „From Hell With Love“ den Anfang, nun legen BATTLE BEAST mit „No More Hollywood Endings“ nach.

„100% Heavy Metal – 0% Bullshit“ schreiben sich die zuerst dagewesenen Finnen auf die Fahnen, was man aber gleich nach dem Opener „Unbroken“ als Fehlinterpretation abhaken kann. Dass Finnen seit jeher einen Hang zu entweder tieftodtraurigen oder äußerst kitschigen Klängen haben, dürfte hinreichend bekannt sein, doch bereits der erste Titel dümpelt trotz recht vielversprechendem, breitwandigem NIGHTWISH-lastigem Intro recht poppig-kitschig und nichtssagend dahin. Die erste Singleauskopplung „No More Hollywood Endings“ kann zwar mit guten Ohrwurm-Chorus aufwarten, schleppt sich aber trotz schönem Violinenintro mit angezogener Handbremse dahin.

Kitschklebend geht es mit „Eden“ weiter, welches die Sorte Ohrwurm ist, den man eigentlich nicht haben möchte, aber den man trotzdem nicht mehr aus dem Schädel geschüttelt bekommt. Alleine, BATTLE BEAST greifen weiter in das musikalische Farbtöpfchen mit dem an BON JOVI erinnernden „Unfairy Tales“, dem Stadionballaden-Abschuss „Endless Summer“ und der ultra-schmalzigen Pop-Ballade „I Wish“, die die Geduld des Hörers mit abwechslungsarmen viereinhalb Minuten einigermaßen fordert.

Dass es auch besser ginge, das beweisen BATTLE BEAST mit „The Hero“, in der Noora zwar weiterhin relativ sanfte Töne anschlägt, das aber, genau wie der Rausschmeißer „World On Fire“ mit angenehmer Instrumentierung knapp an der Überdosis Kitsch vorbeischrammt. Unkitschiger 80's Style wartet mit „Piece Of Me“ auf den Hörer, das dank starker Gitarren und aggressiveren Tönen von Noora endlich etwas mehr Dampf entwickelt. Die beiden folgenden Stücke „Raise Your Fists“, das, zwar etwas zu lang geraten, mit starker Violinenmelodie (im breitwandigen Intro lässt erneut NIGHTWISH grüßen) und kantiger Bridge punktet, sowie der kernige Uptempo-Song „The Golden Horde“ mit ordentlich Gitarrenaction, in dem Noora nach einem brutal klebrigen, irreführenden Disco-Beginn wieder einmal den menschlichen Brüllwürfel raushängen lässt, zeigen, dass es BATTLE BEAST durchaus noch drauf hätten, durchschlagskräftige Songs zu schreiben. (Ja, der Satz muss so anstrengend!)

Unterm Strich ertränken BATTLE BEAST ihre Titel aber einen Ticken zu oft in poppigem Kitsch, oder driften in seichte Gewässer ab, in denen das melodisch-powermetallische Schlachtschiff der Finnen immer wieder unfreiwillig auf Grund läuft. Wer seinen Metal gerne gezuckert und im seichten Fahrwasser breitentauglicher Anleihen hat, der wird viel Freude am ansonsten anständig produzierten „No More Hollywood Endings“ haben. Wer den kernig-aggressiven Erstlingswerken des finnischen Kampfbiests nachtrauert, der sollte aber lieber die Finger von ihrem neuesten Werk lassen. Es ist beileibe kein schlechtes Album, doch viele der Songs sind einfach Durchschnitt und auf leichte Verdaulichkeit gebürstet, sodass letztendlich, trotz sich schnell festsetzender Melodien und Refrains, nach einem Monat Testzeitraum kaum etwas wirklich dauerhaft hängen bleibt.

 



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Anthalerero (20.03.2019)

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