THRONUM VRONDOR - Ichor (The Rebellion)

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VÖ: 01.02.2019
Bandinfo: THRONUM VRONDOR
Genre: Black Metal
Label: Pulverised Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Aus den Tiefen des belgischen Untergrunds entsprangen THRONUM VRONDOR. Die von Gitarristen / Basser Vrondor und Drummer Crygh gegründete Band musizierte zunächst als Duo und veröffentlichte in dieser Konstellation ihre ersten beiden Studioalben. Auf "Vrondor I - Epitaph Of Mass-Destruction" (2007) und "Vrondor II - Conducting The Orchestra Of Evil" (2009) übernahm Schlagzeuger Crygh zudem den Gesangspart. 2015 stieß schließlich der heutige Sänger SvN zur Band, mit dem die Arbeiten zum dritten Langspieler "Ichor (The Rebellion)" auch direkt anliefen.

Nach rund vier Jahren Arbeit und zehn Jahren Sendepause seit dem letzten Album ist das dritte Werk nun fertig. Es ist die erste Veröffentlichung der belgischen Band, die mir persönlich unter die Lupe kommt und auch bei einer flüchtigen Suche im Netz findet sich verhältnismäßig wenig Resonanz zu THRONUM VRONDOR. Woran mag das liegen?

Das belgische Trio spielt Black Metal mit überwiegend norwegischen Einflüssen. Das gilt soweit auch für das aktuelle Werk "Ichor (The Rebellion)", das von der Ausrichtung her etwas aggressiver und weniger melodisch ausgefallen ist. Sänger SvN, der nebenbei auch das Recording, Mixing und Mastering übernahm, bringt dazu mit seinen tiefen und herzlich geröhrten Vocals einen netten Death Metal-Vibe mit. Im Vergleich zu den Vorgängern ist der Sound eine Portion fetter und drückender geworden, wenn auch nicht weniger rumpelnd und verwaschen.

Soweit, so gut. Mit diesen Zutaten lässt sich schon was Gescheites zusammenköcheln, aber so richtig warm werde ich mit "Ichor (The Rebellion)" trotzdem nicht. Nach einigem Nachdenken finde ich schließlich meine zwei persönlichen Erklärungsversuche für die als bescheiden wahrgenommene mediale Beachtung der Belgier. Erstens: wenn THRONUM VRONDOR einfach geradlinigen Black Metal spielen, dann ist das Ganze relativ öde. "A Symbol Of Acrimony" und "Ceremony Of Atonement" bspw. pflügen zwar aggressiv und motiviert drauf los, liefern dabei aber überwiegend Standardmaterial, das nicht besonders interessant ist. Die Lieder der ersten Hälfte des Albums unterscheiden sich in diesem Punkt wenig und sind in gewisser Weise ermüdend. Es fällt mir offen gestanden schwer, die Platte als Ganzes durchzuhören, ohne dabei in Gedanken zum nächsten Konzert oder zur Speisekarte in der Kantine abzuschweifen. Zweitens: wenn die Belgier vom Schema F abrücken und was anderes als Tremolos zocken, zimmern sie meistens ein Wirrwarr an Riffs zusammen, das selten rund läuft und gerne auch mal an den Drums vorbei spielt. Oder umgekehrt - wie man es auch dreht, es wirkt an mancher Stelle nicht ausgegoren. Ich höre ja oft, dass bei meiner Musik alle für sich gut spielen können, aber in Summe ein undefinierbares, unwohl klingendes Gewurschdel entsteht. Und so oft ich dieser These widerspreche, kann ich sie dieses Mal nicht entkräften. Schlimmer noch, viele der Nicht-Tremolo-Riffs klingen obendrein noch schief. Auch beim Gesang zeichnet sich die Tendenz ab, dass das, was nicht geröhrt wird, eher holprig klingt.

Immerhin - zum Ende hin geht es ein wenig bergauf, nachdem das etwas windschiefe Interlude "...And Then The Fall" zu den stärkeren Stücken überleitet. "Vision Of The Seven Tombs" bringt Dynamik und einige zumindest im Ansatz interessante Melodien. "Doom Upon Doom..." punktet in ähnlicher Weise und schafft es in seinem stürmischen Mittelteil fast, ein wenig zu begeistern. Im Rausschmeißer "The Last Specs Of A Dying Light" wagen THRONUM VRONDOR kleinere Experimente im Doom-Bereich. Zum Ende hin wird die Platte tatsächlich ein wenig besser, aber die Problemzonen aus der ersten Hälfte bleiben, wenn auch nicht mehr so durchdringend, bestehen.

An den Zutaten selbst hapert es bei THRONUM VRONDOR nicht. Man kann auch einfachen, straighten Black Metal nach norwegischer, schwedischer oder meinetwegen auch guatemaltekischer Machart zocken und damit begeistern. Das Gebotene muss "einfach" innerhalb der engen Grenzen gut reinlaufen und mitreißen. Aber an diesem Kunstkniff beißen sich die Belgier bisweilen die Zähne aus und dort, wo sie aus dem Schema F ausbrechen, fallen sie auf die Nase. "Ichor (The Rebellion)" mag vom Grundsatz her eine Entwicklung und auch eine gewisse Verbesserung zum Vorgänger zeigen, aber für eine höhere Wertung müssen sich die Jungs noch mehr ins Zeug legen.



Bewertung: 2.5 / 5.0
Autor: Lord Seriousface (10.02.2019)

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