RAZGATE - Welcome Mass Hysteria

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VÖ: 27.10.2018
Bandinfo: RAZGATE
Genre: Thrash Metal
Label: Punishment 18 Records
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Lineup  |  Trackliste

Bock auf "Big Four" und mal wieder Ebbe in der Portokasse? Wer sich hier angesprochen fühlt, dem könnten die italienischen Thrasher RAZGATE Abhilfe schaffen. Die vier Jungs aus der Toskana liefern mit ihrem zweiten Langspieler "Welcome Mass Hysteria" einen 50-minütigen Thrash-Abriss, der so hörbar vom branchendominierenden US-Quartett beeinflusst ist, dass man sich nicht immer sicher ist, ob es sich um eine "Big Four Tribute Band" handelt oder ob die Band einfach nur ihr "Under The Influence" mit eben jenen Ami-Thrashern als Vorbild kreiert haben.

Das besagte "Under The Influence" war einst als EP-Beigabe zur Limited Edition von AMON AMARTHs Album "Deceiver Of The Gods" zu haben. Auf dem kleinen Rundling gaben die Schweden selbstkomponierte Stücke zum Besten, die bewusst und erkennbar im Stile von JUDAS PRIEST, BLACK SABBATH, MOTÖRHEAD und AC/DC komponiert waren. Wer dieses nette Gimmick sein Eigen nennt, der kann sich vorstellen, was einen auf "Welcome Mass Hysteria" erwartet. Bei Songs wie dem Opener "Sacrifice/Rebirth" ist der Einfluss der allmächtigen SLAYER kaum zu überhören. Das gerade nach vorne peitschende Riffing, die Rhythmik und sogar die Singstimme erinnern deutlich an die angehenden Thrash-Rentner. In den melodischeren bis progressiveren Nummern schimmern nicht selten METALLICA durch. "Light Up the Flame" riecht ein wenig nach "Atlas, Rise!" und "1348" greift eine Variation des Hauptriffs von "Fight Fire With Fire" auf. Der Solopart in "Skinwalker" zitiert die Handschrift MEGADETHs und natürlich darf auch eine Huldigung an MOTÖRHEAD nicht fehlen (z. B. "Sweet Poison" oder der Titelsong). MOTÖRHEAD waren zwar bekanntermaßen kein Teil der "Big Four", aber gleichwohl mit stilprägend für den frühen Thrash Metal der 1980er. Insoweit gehört ein Quäntchen Snaggletooth schon fast zum guten Ton. Zugegeben, wir betreiben hier eine Menge Namedropping und natürlich setzen RAZGATE auch eigene Duftmarken. Sie kopieren nicht ausschließlich ihre ohrenscheinlichen Vorbilder, aber die Parallelen und Einflüsse zeigen sich tatsächlich an vielen Stellen so deutlich, dass es fast schon eine Steilvorlage ist. Natürlich hat man schlagworthafte Zeilen wie "Killing Is My Job" (um nicht zu sagen "Business") oder "Killing Is Pleasure" irgendwie auch schon mal gehört, aber einem zünftigen Thrash-Gelage wie diesem tut das nicht wirklich einen Abbruch.

So bleibt der Umstand, dass RAZGATE ihre amerikanischen Vorbilder teilweise sehr deutlich zitieren, schon der größte Kritikpunkt; wenn nicht sogar der einzige. Denn unterm Strich macht "Welcome Mass Hysteria" über die respektable Distanz von rund 50 Minuten durchgehend Spaß und leistet sich auch keinen echten Patzer. Der Sound ist klar und druckvoll und die Spielfreude jederzeit hörbar. Damit ist die zweite Scheibe der Italiener ein amtliches Thrash-Brett, nicht mehr und nicht weniger.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Lord Seriousface (17.02.2019)

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