BILLYBIO - Feed The Fire

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VÖ: 30.11.2018
Bandinfo: BILLYBIO
Genre: Hardcore
Label: AFM Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

In den letzten Jahren wurde es verdächtig ruhig um die New York Hardcore Legende BIOHAZARD. Die Vorreiter des modernen Crossover sind zwar nach ihrer vorrübergehenden Auflösung wieder aktiv, haben aber nach der Trennung von Gründungsmitglied, Basser und Sänger Evan Seinfeld (und auch von dessen Nachfolger Scott Roberts) wenig von sich reden gemacht. Einem Visionär wie Billy Graziadei, seines Zeichens Gitarrist, Sänger und ebenfalls Gründungsmitglied der NYHC-Urgesteine, wird aber dadurch keinesfalls langweilig. Neben dem von ihm eröffneten Firewater Studio und der Supergroup POWERFLO sah das BIOHAZARD-Mastermind die Zeit gekommen, seinen lang gehegten Wunsch nach einem Soloprojekt zu erfüllen.

Gesagt, getan! Billy Graziadei alias BILLYBIO beschreibt die unter seiner eigenen Flagge veröffentlichte Musik als das Ergebnis seiner langjährigen Karriere als Musiker. Mit seinem Soloprojekt erlegte sich der charismatische Fronter keinerlei Grenzen auf und ließ seiner Kreativität freien Lauf. Das Ergebnis dieser ungebundenen Herangehensweise ist ein Album, das den Fans seines bisherigen Schaffens sehr gefallen dürfte. Selbstverständlich lebt auch BILLYBIOs Debut "Feed The Fire" vom Geiste seiner Hauptband. Songs wie "Sick And Tired" oder "Sodality" greifen ebenfalls Rap-Gesang und -Rhythmik auf und würden auch ihren verdienten Platz auf einer BIOHAZARD-Veröffentlichung finden. Ein weiterer Einfluss, der auf "Feed The Fire" stärker ausgelebt wird, ist der Punkrock. So lockert der Refrain von "Sick And Tired" erfrischend auf und das hitverdächtige "Generation Z" gibt sich vollends einer Melange aus Punk und Melodic Hardcore hin. Die fast mit väterlicher Wertschätzung vorgetragene Ansprache an jüngere Bands entpuppt sich für mich als Highlight des Albums, selbstredend mit einer immergrünen Punk-/HC-Ansage der Marke "Fuck The World And The Upper Class" im Schlepptau. An anderer Stelle geht es modern bis schwer metallisch zur Sache: "Rise And Slay" punktet mit schleppender Beatdown-Action und "No Apologies, No Regrets" sprengt mit seinem mordsmäßig aggressiven und von Blastbeats flankierten Refrain ohne Mühe jeden Granitblock - "All The Scars Made Me Who I Am".

Eingespielt wurde das Werk von Billy Graziadei mit prominenter Unterstützung von Dan Palmer (ZEBRAHEAD, DEATH BY STEREO), Ra Díaz (SUICIDAL TENDENCIES) und Drummer Simo Perini. Mit Tue Madsen verpflichtete BILLYBIO einen Produzenten, der bereits mit Bands wie BORN FROM PAIN, SICK OF IT ALL, HEAVEN SHALL BURN oder VADER gearbeitet hat und nicht zu den Unbekannten zählt. Das Resultat ist ein fetter, perfekt abgestimmter Sound mit sehr schön herausgemischten Bassspuren.

BIOHAZARD mögen sich im Moment ausruhen, aber ein Billy Graziadei schläft nie. Der umtriebige Fronter hat sich mit "Feed The Fire" einen Wunsch erfüllt und einfach mal frei Schnauze komponiert. Dabei herausgekommen ist, wenn man die Interludes abzieht, eine starke halbe Stunde tricolore Action aus New York Hardcore, Punkrock und Metal. Ein starker Solo-Einstand eines großen Musikers, nachdem man gerne lauthals mitsingt, wenn es wieder heißt: "Feed The Fire And Burn It All Down!".



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Lord Seriousface (24.02.2019)

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