ENDLESS FLOODS - Circle The Gold

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VÖ: 15.02.2019
Bandinfo: ENDLESS FLOODS
Genre: Doom Metal
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Ein kleiner Bach, der sich durch die natürlichen Hindernisse der Erde hindurchschnellt. Eine Reise, die mit tiefen Stürzen und steilen Abhängen gekennzeichnet ist. Der unmögliche Weg zum Ziel der Erkenntnis wird von den unendlichen Fluten bestritten. Die französische Drone Metal-Band ENDLESS FLOODS haben die Gabe, solch einen unaufhaltsamen Bach auf eine spannende Art lautmalerisch wiederzugeben. Die letzten zwei Alben haben eher reißerische Fluten erlebt, aber der neue Streich „Circle The Gold“ zeigt, wie man in der Musik die Ruhe geschickt einsetzen kann.

Als ich zum ersten Mal das neue Album zu Ohren bekommen habe, hörten sich die Lieder wie ein Drama in vier Akten an.   

  • Akt I: Das Schlagzeug hämmert präzise aber sparsam in die Trommeln, während die Gitarren unruhige Riffs in die Saiten streichen. Der Bass verleiht durch die brummigen Töne die richtige Tiefe und unterstreicht zugleich die bedrückende Atmosphäre. Allmählich erklingen einsame Gitarrennoten, auf die ein hallender Ruf von Stéphane Miollan (Bass, Vocals) folgt. Der Mensch fühlt sich mit seinen Emotionen allein; der Hall verbreitet eine Einsamkeit, aus der er zu entfliehen versucht. Wut und Frustration, aber auch Hilflosigkeit und Angst spiegeln sich in dem Hilferuf wider.
  • Akt II: Die Schläge auf den Becken und Trommeln nimmt man nicht mehr rhythmisch wahr, sondern als Gefühlsregungen oder Zuckungen. 
  • Akt III: Ab der Hälfte ist der Tiefpunkt erreicht. Simon Bédy (Guitars) dreht den Gain bei seinem Verstärker weiter auf und spielt sich mit den schrillen Quietschtönen der Gitarre. Ein verstörendes Klangbild bringt wieder die Unruhe in den Menschen.
  • Akt IV: Die unerträgliche Spannung spitzt sich im letzten Akt zu. Der emotionale Ausbruch zeigt sich durch den aktiveren Einsatz aller Instrumente. Eine heulende Melodie bewegt sich über dem regen Klangteppich auf und ab. Der Mensch kann sich selbst nicht mehr beherrschen, indem Stéphane Miollan (Vocals, Bass) hallende Zwischenrufe von sich gibt. Zum Schluss ist nur mehr der Nachhall der quietschenden Gitarren zu hören.


Das französische Trio schafft einen guten Kontrast zwischen der reißerischen Flut und dem ruhigen Bach. Es spielt sich mit den negativen Emotionen durch verstörende Klänge, minimalistisch gehaltene aber komplexe Rhythmik des Schlagzeugs und schafft, mittels hallenden Gesangs von Stéphane Miollan, eine einsame Atmosphäre. Man wartet gespannt auf die folgenden Geräusche oder Töne, um zu erfahren wie es weitergeht. ENDLESS FLOODS schafft Musik, die für den 20-Minuten-Weg zur Arbeit nicht geeignet ist. Das Album „Circle The Gold“ zwingt dich, dir die Zeit dafür zu nehmen. Wenn man sich darauf einlässt, malt dir die Band ein atemberaubendes Bild. ENDLESS FLOODS hat in einem Kommentar gemeint „[…] >> Circle The Gold << deal [sic!] with this tough period around the album making, relationship within a band, friendship and personal experience.“  Durch die Emotionen, die in „Circle The Gold“ ausgedrückt werden, versteht man erst die Verbindung zu den persönlichen Erfahrungen. Man betrachtet das eigene Leben retrospektiv und erkennt seine eigene Verbundenheit zum Album.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Julian Dürnberger (20.02.2019)

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