LUNATIC AFFLICTION - Secreta Obscura Mysterium

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VÖ: 01.01.2019
Bandinfo: LUNATIC AFFLICTION
Genre: Black Metal
Label: Kristallblut Records
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Lineup  |  Trackliste

Werte Black Metal Gemeinschaft, hier kommt was Feines! Mit LUNATIC AFFLICTION versteckte die deutsche Finsterheimerszene einen Kandidaten, der es in sich hat. Kein Wunder, die Band wurde bereits 2001 gegründet und hatte genügend Zeit zum Komponieren und Reifen. Fast...denn nach der ersten Demo "Mental Torture" (2006) und einigen Liveauftritten war vorerst wieder Schluss. Die Band, die Gitarrist Sephiroth usprünglich als Soloprojekt ins Leben rief, wurde wieder aufgelöst bzw. existierte eine Weile abermals als Ein-Mann-Projekt weiter. Nachdem das anvisierte Debutalbum "Im Bannkreis der Götter" mit der Zeit konkretere Formen annahm, schlossen sich zuerst Drummer Gumba und später auch die alten LUNATIC AFFLICTION Mitglieder Namtaru und Lykos der Band an.

2016 erschien schließlich das Konzeptalbum "Im Bannkreis der Götter", das sich nach Angaben der Band mit "der Höllenfahrt der Ihstar, einem Auszug aus der babylonischen Mythologie und Dämonologie" beschäftigt. Entsprechend des zusammenhängenden Albumkonzepts wurde auch songwriterisch auf Konstanz gesetzt und ein Album geschaffen, das als Ganzes verstanden und gehört werden will. Musikalisch bot "Im Bannkreis der Götter" melancholischen Atmospheric Black Metal, der sich vor bekannteren Vertretern des Genres keinesfalls verstecken muss. Für den gelungenen Sound zeichnete die Band selbst verantwortlich und nahm sich dafür mehrere Jahre Zeit.

Auf einmal waren LUNATIC AFFLICTION wieder da - und wem ihr gelungenes Debut [so wie auch dem Verfasser...räusper...] seinerzeit durch die Lappen gegangen ist, der möchte diesen Umstand vielleicht bei der Gelegenheit beheben, dass inzwischen bereits ein zweites Langeisen den deutschen Untergrund aufmischt. Die Entstehungsgeschichte von "Secreta Obscura Mysterium" begann noch im Erscheinungsjahr seines Vorgängers und die Platte wurde abermals in Eigenregie produziert. Auch im zweiten Anlauf zeigen LUNATIC AFFLICTION ein gutes Händchen für den Sound, der auf dem aktuellen Werk eine Kante wuchtiger, klarer und diffenzierter ausgefallen ist. Die kryptischen Texte LUNATIC AFFLICTIONs sind schwer zu entziffern, zeugen von sehr belesenen Autoren und bieten viel Raum zur Recherche und Interpretation. Musikalisch entfernen sich die Nürnberger ein Stück weit von der atmosphärischen Ausrichtung des Erstwerks und komponieren um einiges aggressiver. Die Songs kommen zügig auf den Punkt, geizen nicht mit Geprügel und Raserei und werden darüber hinaus niemals langweilig. Die Stücke sind abwechslungsreich komponiert und entwickeln stets ihren eigenen Charme. "Fetus In Altari Serpentis" bspw. lebt von seiner erhaben majestätischen Atmosphäre und schafft damit einen dezenten Schulterschluss zu "Im Bannkreis der Götter". "Tenebrae" und "Iter Resurrectionis", die ersten beiden Nummern nach dem Intro "Alpha", sind fließend miteinander verbunden und gehen deutlich ruppiger zu Werke. "Ex Caverna Intro Solaris" klingt wie von tiefer Trauer durchzogen, während "Angelus Exterminatus" ungebremst nach vorne stürmt. Meine Highlights sind das morbide "Infans Lunae Et Lactens Astrae" mit seinen markanten Doublebasssalven und das abschließende "Gloriam Mysticum Martyrium". Im letzten Song werden zum krönenden Abschluss Heavy Metal Elemente eingebracht und deutliche Erinnerungen an IMMORTAL und Abbaths Soloprojekt I wachgerufen. Mit dem Outro "Omega" wird der Kreis geschlossen.

Mit "Secreta Obscura Mysterium" bewegen sich LUNATIC AFFLICTION weg von der hypnotischen Theatralik des Debuts hin zu kaltem, wütendem und morbidem Black Metal der nordischen Schule. Sie schaffen es, trotz Linientreue, nicht dem Uniformismus zu verfallen und jedem Song seinen eigenen Charakter zu verleihen. Das Zweitwerk der Nürnberger ist damit nicht nur sehr stark und interessant, sondern vor allen Dingen auch relevant. Diese Jungs haben Talent und wenn sie ihren bisherigen Weg weiter beschreiten, dürfte ihr Name in nicht allzu ferner Zukunft weit mehr werden als ein Geheimtipp.

Zum Vergleich noch eine Hörprobe vom Debut "Im Bannkreis der Götter":



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Lord Seriousface (02.03.2019)

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