ERADICATOR - The Atomic Blast (Re-Release)

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VÖ: 22.03.2019
Bandinfo: ERADICATOR
Genre: Thrash Metal
Label: Green Zone Music
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Lineup  |  Trackliste

Dass Oldschool Thrash Metal nicht nur was für graue (oder womöglich gefärbte) Eminenzen gehobenen Alters ist, zeigen auch die Jungs von ERADICATOR aus dem Sauerland. Stolze fünfzehn Jahre Bandgeschichte und vier lange Eisen können die Thrasher mit ihren gerade mal 30 Jahren vorweisen. Mit ihrem bisherigen Backkatalog flogen die aufstrebenden Jungunternehmer anscheinend auch mal unter den Radargeräten der einschlägigen Fachpresse. In der Stormbringer-Redaktion betreten die Sauerländer mit diesem Artikel sogar Neuland.

Da erscheint es nicht gerade unpassend, dass zur ersten Besprechung ausgerechnet ein Re-Release ihrer Debut-Scheibe "The Atomic Blast" ins Haus flattert. Die Ur-Veröffentlichung stammt aus 2009 und ist schon seit einiger Zeit vergriffen. Pünktlich zu ihrem zehnten Geburtstag bekommt die Platte nun eine unveränderte Neuauflage. Als Bonus gibt's zusätzlich vier neu eingetrümmerte Stücke des Debuts.

Und was soll man sagen? Dass die Herren, die ihre Kapelle bereits 2004 ins Leben riefen, ein wenig auf ihre erste Full-Length-Thrasherei warten ließen, kann man rückblickend als lohnenswerten Entschluss zusammenfassen. Die fünf Jahre, in der lediglich die erste EP "Back To The Roots" erschien, tragen auf "The Atomic Blast" Früchte. Ausgereifte Kompositionen werden vorgetragen in einem gelungenen Soundgewand. Die handwerklichen Fertigkeiten der Jungspunde sind beachtlich und zeugen von Leidenschaft. Das gilt besonders für die auf den Punkt gezockten Flitzefinger-Riffs und Soli von Frontmähne Sebastian Stöber. An dessen heisere Shouts muss man sich anfangs ein wenig gewöhnen, findet aber letztlich doch Gefallen an der Sache.

Musikalisch gibt es geradlinigen Thrash Metal nach alter Schule auf die Ohren. Einige Vorbilder dürften sich in der San Francisco Bay Area herumtummeln. Neben den musikalischen Parallelen deutet hierauf auch hin, dass die Burschen offenbar ganz gerne METALLICA covern (siehe Video). Die schlüpfrigen und mit einem kleinen Klacks Verrückheit gespickten Riffs, wie sie z. B. im Opener "Possessed By The Devil" zu hören sind, bleiben im Gedächtnis und lassen zustimmend die Rübe nicken. Während der Opener oder "Thrashing Through The Pit" mit durchgetretenem Gaspedal über den Hörer hinwegbrettern und sich in Saitenverknoterei üben, punkten "Trigger To Apocalypse" oder das sing- und moshtaugliche "War In My Head" auch in gediegenerem Tempo. Mit "Place Of No Return" gibt es in der zweiten Halbzeit einen Heavy-Thrash-Hybriden, der sich vom Rest des Albums abhebt. Die neu eingespielten Songs ähneln ihren Urversionen, wurden jedoch live eingespielt und klingen etwas natürlicher und dreckiger.

Da das eigentliche Album nicht verändert wurde, gibt es damit zumindest im Tonteil einen eher bescheidenen Mehrwert gegenüber dem Original. Wer jedoch erst zwischendurch auf die Truppe aufmerksam wurde und ihr Erstwerk noch nicht ergattern konnte, dürfte hiermit fündig werden. Was das Album selbst angeht, kann man festhalten, dass die Jungs von ERADICATOR mit ihren geschmeidigen 30 Jahren schon einiges auf dem Kasten hatten und ein sehr respektabeles Debut eingeprügelt haben. "The Atomic Blast" war ein guter Start für die sauerländischen Thrasher und wie man heute weiß, sind die Burschen von damals noch heute versammelt, zum Quartett erwachsen und stets fleißig.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Lord Seriousface (19.03.2019)

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