HEALER - Heading For The Storm

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VÖ: 07.12.2018
Bandinfo: HEALER
Genre: Hard Rock
Label: Timezone Records
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Lineup  |  Trackliste

Von der ersten Nummer an hört man, dass diese neue Band aus Deutschland nicht alltäglich ist. Es sind vor allem die Vocals, die von anderen Bands unterscheiden. Die ausgebildete Gesangspower von Sänger Michael Scheel verleiht der Band Einzigartigkeit. Man hört sofort, dass hier jemand mit Opern/Musical-Erfahrung am Mikro steht, weil andere Sänger schaffen diese Ausdrucksweise oder das lange Anhalten einer Tonlange nur selten mit ähnlicher Bravour. Musikalisch sind HEALER irgendwo zwischen Hard Rock, Melodic Rock und AOR der 80er angesiedelt. Das geht von WHITESNAKE über SURVIVOR oder JOURNEY bis hin zu SAXON. Aber nicht nur der Sänger hat Erfahrung, die Bandmitglieder kommen von Bands wie LONG DISTANCE CALLING, ZODIAC, MISERY SPEAKS oder ORDEN OGAN.

Der Opener „Desert Star“ lässt gleich mal ein DEEP PURPLE würdiges Keyboard hören und die eingängigen heavy Riffs reißen einen mit. Ein echter Rock Kracher, der mit jedem Takt gewinnt und seinen Höhepunkt beim Gesang und dem ausgeprägten Keyboardsound findet. Nummer zwei, „Heading For The Storm“, startet zart mit Keyboard, bevor es sich zu einem flotteren Rhythmus aufschwingt, die Riffs sind melodisch und ringen bewusst mit dem Keyboard um Vorherrschaft, gegen Ende schwingt sich jedoch ein lässiges Gitarrensolo im klassischen 80er Hard Rock Stil zum Höhepunkt auf.

„What Loves Do“ – das Keyboard drängt gewaltig in den Vordergrund, ganz im Stile von DEEP PURPLE. Plus erneut der Gesang - trotz der lange gehaltenen Töne bleibt es sehr melodiös und in einer angenehmen Tonlage. Klar, diese Melodien sind richtige Ohrwürmer, das melodische Gesamtwerk, das gleichzeitig voller Power ist und ein wenig in Richtung AOR geht, und die zum Mitsingen einladenden Refrains lassen sich so schnell nicht vergessen. Ich fühle mich ins letzte Jahrtausend zurückgebeamt, so überzeugend ist das. Absoluter TOP Song und mein Favorit auf diesem Album.

Sehr vielfältig dann der stampfende, mitreißende Rhythmus von „Strangers Of The Night“, das zwischendurch eine 180°-Wendung vollzieht und langsam, tragend und melancholisch wird, insgesamt aber volle Power hat (erinnert mich stark an so manche SAXON Songs.)

Nach der zarten Ballade „Big Dreamers“, die zwischendurch auch knackige Höhen hat, geht es wieder in der bisher vorgelegten Rock-Art weiter. „Same Old Road Again“ gibt es auf YouTube zu sehen. Köstlich im Video die Chor-Gesangseinlage der „Sängerknaben“. Herrlich rockend der Sound, irgendwo zwischen SAXON und FOREIGNER, also ein absoluter Muss-Song für Liebhaber der alten Schule. „Healer“ bringt mit dem startenden „Aoo-Aoo-Aooooooo“ Erinnerung an so manch alten Schinken, und schwenkt mit dem Keyboard und den 70er Vibes wieder Richtung lässigem Old-School Hard Rock. Detto „Rolling Thunder“.

Die letzte Nummer „Times of Defeat“ hat eine herausragende Stellung. Dieser Stil ist nicht klassifizierbar, vielleicht am ehesten noch bei Musicals angesiedelt, nichtsdestotrotz eine geniale Komposition. Hier hört man sofort, dass Michael Scheel auf anderen Bühnen zuhause ist. Die Gesangsleistung von ihm, was sage ich, von allen, ist nur schwer zu toppen. Der Song lebt eigentlich von den Vocals alleine, als Unterstützung bekommt er ein wenig Folk, die Harmonien überzeugen in ihrer zarten Melancholie.

Ja, ich bin ein Fan von toller Gesangsleistung und ausdrucksstarken Stimmen, wie die, über die Michael Scheel verfügt. Ist vielleicht nicht jedermanns Geschmack, aber es wird sicher genug Fans davon geben. Mit "Heading For The Storm" haben HEALER ein ganz tolles Erstlingswerk abgeliefert, das sich nicht zu verstecken braucht. Schön, dass es immer wieder deutsche Rockbands gibt, die diese Art von Musik lieben und machen. Ihr zeitloser Sound ist breitentauglich, ohne sich aber zu sehr an der damaligen Zeit festzuklammern. Michael Scheel und seine Jungs sorgen dafür, dass die Spannung erhalten bleibt und es sich nicht um einen Abklatsch von früher handelt.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Lady Cat (11.03.2019)

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