HEAVY FEATHER - Debris and Rubble

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VÖ: 05.04.2019
Bandinfo: HEAVY FEATHER
Genre: Heavy Rock
Label: The Sign Records / Cargo
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Lineup  |  Trackliste

Manchmal denke ich in diesen digitalen Zeiten an das analoge Zeitalter zurück, als Musik noch auf großen runden Tellern serviert wurde und man tatsächlich aufstehen musste, um die Schallplatte nach einer Zeit umzudrehen (in etwa so wie jetzt im Rahmen des Vinylhypes - the lector). Selbiges machen die Schweden von HEAVY FEATHER sicher auch noch gerne, denn Ihr Debüt "Débris & Rubble" atmet den Spirit der 60er und Anfang der 70er sehr authentisch. Dies beginnt beim Bandlogo, geht über den warmen analogen Sound und endet nicht nur bei den üblichen Zitaten von Gruppen wie CREEDENCE CLEARWATER REVIVAL, CREAM, LYNYRD SKYNYRD oder CANNED HEAT. Das Quartett um die 25-jährige Sängerin Lisa Lystam, die in Schweden als neue Blues Sensation (mit ihrer LISA LYSTAM FAMILY BAND) gehandelt wird, schafft es tatsächlich, den altbekannten Zutaten einen eigenen Stempel aufzudrücken. HEAVY FEATHER sind stark im Blues Rock verwurzelt, reichern Ihre Mucke außerdem noch zusätzlich mit Stilelementen von Southern Rock, Swamp Rock bis hin zu Folk an.

In den ruhigeren Momenten des Albums, die gleichzeitig auch die Highlights darstellen, erinnern HEAVY FEATHER sogar an Glanzmomente so unterschiedlicher Künstler wie FLEETWOOD MAC oder NORAH JONES. Letztere könnte zum abschließenden Track "Whispering Things"  Pate gewesen sein. Lisa legt unglaublich viel Emotion in ihre Stimme und erzeugt eine Gänsehautstimmung von der ersten bis zur letzten Sekunde. Dieser Song hat Hitpotenzial. Auch das ebenfalls ruhigere "Tell Me Your Tale" kann mit einem folkigen Einschlag, inklusive Mundharmonika, voll überzeugen. Genau darin liegt aber auch die Krux bei "Débris & Rubble". Den rockigeren Momenten fehlt der letzte Kick. Lisa klingt hier einfach zu nett, der Dreck, das Rotzige fehlt völlig und das hätte Stücken wie "Where Did We Go" gut zu Gesicht gestanden. Lediglich bei "Waited All My Life", bei dem sich HEAVY FEATHER stärker auf vertrautem, bluesigen Terrain bewegen, und dem lässigen "I Spend My Money Wrong" kommt richtig geile Rockstimmung auf.

Dennoch können HEAVY FEATHER sicher in der Retro Rock/Classic Rock Szene Aufsehen erregen, denn sämtliche Stücke gehen gut ins Ohr und werden live (wenn entsprechend der Härtegrad leicht nach oben geschraubt wird) für mehr als nur gepflegtes Mitwippen sorgen. Schließlich beherrschen die Schweden das Einmaleins des Songwritings und dürfen in der Schnittmenge aus Blues und Retro Rock ihre ganz eigene Nische finden.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Markus Gruber (29.03.2019)

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