ASP - Zaubererbruder Live & Extended

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VÖ: 00.00.2019
Bandinfo: ASP
Genre: Gothic
Label: Trisol
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Lineup  |  Trackliste

Der "Zaubererbruder" feierte 2018 zehnjähriges Jubiläum. Zeit also, dass sich ASP an eine Neuauflage machten. Anstelle der ursprünglichen drei Teile des Songs "Verwandlung" (so zumindest ein Hinweis auf der ursprünglichen Track-Liste von 2008) ist es nun ein einziger Teil. Neu hinzugekommen zum alten Bestand sind Titel wie "Die Untiefen", eine deutsch-englische Version von "Auld Lang Syne" und die "Osternacht".

Der "Betteljunge" ist musikalisch reduziert. Lediglich dezente Dudelsackklänge begleiten den Gesang. Erzählt wird die Geschichte Krabats vor seiner Zeit auf der Mühle im Koselbruch, wie er bettelnd durch ein vom dreißigjährigen Krieg versehrtes Land zieht. In diese Situation hinein schallt zum Schluss der Ruf des Meisters.

Das Forterzählen der Geschichte von Krabat setzt im nach dem Protagonisten benannten Song "Krabat" fort. Krabat ist bereits auf der Mühle eingetroffen und hat sich, ohne um die tatsächliche Natur des Müllers zu wissen, in dessen Dienste begeben. Müllerhandwerk am Tag, Unterricht in der Schwarzen Kunst bei Nacht. Und hinzu kommt die Liebe zu einer Frau, die Krabat in der Osternacht von ferne gesehen und später auch persönlich getroffen hat. Sich dem Befehl des Meisters (nur eine Frau, die einen Müllergesellen liebt, kann diesen aus den Fängen des Meisters befreien) widersetzend, treffen sich die beiden immer wieder.

In "Teufelsmühle" und "Denn Ich bin Der Meister" wird deutlich, in welcher vermeintlich ausweglosen Situation sich Krabat und seine Mitgesellen befinden. Ein Ort, an dem dunkle Mächte zugange sind.

Krabat hat nun sein Los erkannt und wagt einen "Fluchtversuch". Der Fliehende erkennt jedoch, dass er nicht so einfach aus dem Griff des Meisters entkommen kann. Auf seinem Weg ist der Meister gegenwärtig und zeigt sich in unterschiedlicher Tiergestalt, erkennbar an der Einäugigkeit. Die Geschwindigkeit des Laufens findet sich wieder im treibenden Tempo dieses Titels.

In der "Osternacht" sitzen Krabat und Tondo, wie es der Brauch auf der Mühle verlangt, die Nacht über wachend an einem Ort, an dem ein Mensch gewaltsam zu Tode kam. Es ist die Nacht, in der Krabat von Ferne die Kantorka zunächst singen hört und später sieht.

Nach dem Tode zweier Mitgesellen hat Krabat sich zum Meisterschüler hochgearbeitet, dessen Lerneifer dem Meister nicht verborgen geblieben ist. Zum Schein bietet dieser Krabat an, zukünftig selbst Meister zu werden. Als Krabat dies ausschlägt, soll er auf dem Wüsten Plan ein Grab für sich selbst ausheben ("Geh Und Heb Dein Grab Aus, Mein Freund"). Doch bevor es zum Äußersten kommt, tritt die Kantorka hinzu, mittlerweile die Geliebte des Krabat und vermag es die Gesellen durch Erkennen ihres Geliebten in Rabengestalt zu befreien. Denn "Mein Herz erkennt dich Immer".

Hinzuweisen ist besonders auf "Der Letzte (Krabat Reprise)". Dieselbe Melodie wie der Song "Krabat", jedoch mit einem neuen Text versehen. Ebenso ist mit "Untiefen" eine Verbindung zum Album "Zutiefst" von 2017 hergestellt (das Review zu diesem Album findet ihr hier).

 

Fazit: Aus Alt mach Neu-Alt. Nach wie vor ein gutes Album. Besondere Highlights: die "Osternacht" und "Nehmt Abschied/Auld Lang Syne [Live]"



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Thomas Trüter (01.05.2019)

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