PARAGON - Controlled Demolition

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VÖ: 26.04.2019
Bandinfo: PARAGON
Genre: Power Metal
Label: Massacre Records
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Lineup  |  Trackliste

Die kontrollierte Zerstörung ist wohl der passendste Albumtitel, den die Veteranen von PARAGON bisher gewählt haben, denn das von Piet Sielck (IRON SAVIOR) druckvoll produzierte, neue Schaffenswerk kracht wirklich an allen Ecken und Enden (ohne in allzu chaotische Raserei zu verfallen). Nach dem nicht ganz so spannenden Intro zeigt "Reborn" sogleich, dass PARAGON in einem Atemzug mit anderen Metalgrößen aus deutschen Landen zu nennen sind. Gewisse Parallelen zu GRAVE DIGGER, PRIMAL FEAR, GAMMA RAY oder auch den härteren Sachen von ACCEPT sind sicher nicht von der Hand zu weisen, PARAGON packen dem Ganzen aber noch eine Schippe obendrauf und kratzen oftmals am Thrash und Speed Metal der alten Schule (DESTRUCTION, KREATOR).

Ohne großartige Atempause (und natürlich komplett ohne Balladen oder Keyboards) regen die insgesamt gut 50 Minuten die Nackenmuskulatur zum häufigen Bewegen an. Schon bei "Abbatoir" wird deutlich, dass auch die Melodie nicht zu kurz kommen wird. Gut, an den Vocals von Andreas "Buschi" Babuschkin werden sich weiterhin die Geister scheiden, aber GRAVE DIGGERS Chris Boltendahl hat als Vergleich sicher in seiner langen Karriere auch mit dem ein oder anderen Kritiker seinen Gesangsstil betreffend zu kämpfen gehabt. "Mean Machine" ist der eingängigste Track des Albums, kommt mit unter vier Minuten Spielzeit gut auf den Punkt und dürfte live sicher richtig gut funktionieren. Diesen Punkt verfehlt das folgende "Deathlines" leicht. Es steigert sich zwar langsam groovend über acht Minuten  und beinhaltet auch gute Momente, welche an die "Heart Of Darkness"-EP von eben jenen GRAVE DIGGER erinnern, bietet alles in allem aber doch etwas Leerlauf.

Ganz anders gestrickt ist da "Musangwe (B.K.F.)", welches mit ordentlich Speed voll auf die Zwölf die Metalglocken läuten lässt und zum bedingungslosen Mitgrölen animiert. Weitere Highlights sind das thrashig-angehauchte "Blackbell" und das abschließende Duo aus "Black Widow" und "...Of Blood And Gore". Während die schwarze Witwe mit einem großartigen Refrain sowie richtig geilen Gitarrenriffs überzeugt, überrascht der Schlusspunkt mit einem tollen Mix aus Brüllen/Schreien, Knüppelparts sowie melodischen Momenten.

PARAGON sind natürlich auch 2019 eher Kost für traditionell eingestellte Metalheads und lassen umwälzende Neuerungen in ihren Sound nicht einfließen - doch gerade deswegen muss man den Hanseaten Respekt zollen. Sie schaffen es mit modernem, druckvollem Sound versehen, zu keiner Sekunde altbacken zu klingen.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Markus Gruber (18.04.2019)

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