PRISON - Come, Annihilation

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VÖ: 29.03.2019
Bandinfo: PRISON
Genre: Punk
Label: No Label
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Stell dir vor, eine Polterparty der todessehnsüchtigen Zyniker findet im Keller eines Freundes statt. Während pogende Punks quer durch den Raum springen, werden Bier, Alkohol und was es sonst so an satanischen Stimmungsmachern gibt zu dröhnender Punkmusik konsumiert. Dieser selbstzerstörerische Trip ist nicht nur eine lebensgefährdende Lebensweise, sondern in der heutigen Gesellschaft auch ein einmaliges Erlebnis seine Freiheit zu genießen oder einfach aus dem Alltag zu auszubrechen. Mit „Come, Annihilation“ beschert PRISON den noch lebenden Rebellen solch einen unglaublichen Abend. Ihre Musik lässt sich mit folgendem, selbstgeschrieben Song beschreiben :„Who Lives Who Dies Who Cares“ Aber lasst es mich genauer erklären:

Punk is dead, but still on stage! Die drei Punks aus Seattle, USA bezeichnen sich in ihrem Promosheet selbst als zynische Arschlöcher und ecken mit schwarz humorösen Texten an der Gesellschaft an. Bei den unmenschlichen Verhältnissen der westlichen Zivilisation ist PRISON nur mehr zum Lachen zumute. Zach Marley (Vocals, Guitars) Stimme klingt wie ein Suderant (Jammerlappen), der keinen Sinn darin sieht, weiterzuleben.  Die Songtexte von „Come, Annihilation“ sind so überspitzt formuliert, dass sie vor Ironie strotzen. Angetrieben von der brennenden Wut über die lächerliche Lage der Welt hämmert Kris Hutchins (Drums, Backing Vocals) mächtig in die Trommeln. Da ihm das Herumfuchteln mit den Händen nicht reicht, presst der Amerikaner kräftig Luft aus den Lungen in Richtung Mikrofon. Bis heute noch ist mir unerklärlich wie Schlagzeuger diese Art von Multitasking-Fähigkeit besitzen können. Die einzige Frau im Bunde, Gwen Stubbs (Bass), hämmert in die Saiten ihres Instruments, das sie charmanterweise „Satanic Thundercull“ bezeichnet. Die konstanten Hammerschläge von Gwen (Bass) halten die Band auf rhythmischen Kurs. Erwähnenswert ist die Bassline des ersten Songs „Into The Pit“, die solange in dein Ohr prügelt, bis jede Faser deines Körpers vibriert.    

PRISONs „Come, Annihilation“ lockt dich mit brutalen Songtiteln und wirkt wie eine einzige Hasstirade gegen das Leben.  Die Musik spricht aber eine ganz andere Sprache als die Songtexte. Diese konträre Kombo macht das Werk zu einem amüsanten Album, welches den Tod sehr attraktiv erscheinen lässt. Man kennt die Situation, in der der Tod attraktiver erscheint als einen weiteren Tag in der mühseligen Leistungsgesellschaft, die wir heute haben, überleben zu wollen. PRISONs ironischer Muntermacher ermöglicht dir, deinen Frust für einen Augenblick, ohne Rücksicht auf Verluste, herauszulassen. Eine Person, die ich in St.Pölten vor einigier Zeit kennengelernt habe, hat für diesen Moment einen passenden Begriff, der „sich seelisch auskotzen“ nennt. Somit kann ich euch nur eines raten: Köpft euch ein Bier, dreht die Boxen lauter und lasst uns gemeinsam seelisch kotzen! (schön, dass der Reviewer, trotz all der Pein, die sein tägliches Dasein so martert, diese Besprechung doch noch schreiben konnte. Da sage jemand, dass die jungen Leute nichts mehr aushalten heutzutage. - se Läktor)



Bewertung: 5.0 / 5.0
Autor: Julian Dürnberger (30.03.2019)

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