EXUMER - Hostile Defiance

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VÖ: 05.04.2019
Bandinfo: EXUMER
Genre: Thrash Metal
Label: Metal Blade Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

So richtig in die erste Reihe haben es EXUMER im Thrash Metal-Genre in Deutschland nie gebracht. Man war immer einen mehr oder weniger kleinen Schritt hinter den größeren üblichen Verdächtigen zugange. Diverse Auflösungen und Wiedervereinigungen haben sicherlich nicht dabei geholfen, die totale Weltherrschaft an sich zu reißen.

Sei es wie es wolle, mit "Hostile Defiance" schickt man sich an, neues frisch von der Schlachtbank unter die hungrige Meute zu werfen. Und selbige wird jauchzend jubilieren, ist doch "Hostile Defiance" ein mehr als gelungener Haufen Thrash Metal - Songs irgendwo zwischen Deutsch-Thrash, frühen EXODUS und ab und an kleinen neuzeitlichen FLOTSAM & JETSAM - Anleihen. Dadurch wird man mitnichten zur Kopie, sondern schafft sich einfach einen aural begehbaren Proberaum in welchem Poster von vorgenannten Einflüssen hängen. Musiziert wird aber dann doch mit eigener Energie, mit eigenen Stilmitteln und eigenen Ideen.

Erfrischend altmodisch mit erfrischendem jetztzeitigen aber zu keinem Zeitpunkt zu modernem Sound prügeln die fünf Mannen um Sänger Mem Von Stein drauflos und begeistern mit einem unkomplizierten Zug zum gegnerischen Tor. Man wird dadurch nicht eindimensional, aber gewollt erratisch oder gar "progressiv" (das Wort gewordene Totschlagargument der Prog/Tech/Townsend-Szene) will man dann auch nicht werden. Es geht nicht durchgehend auf TGV-Niveau dahin, man ruht sich auch ab und an gerne groovig aus und kann gut mit verschiedenen Tempi jonglieren. 

Man ist darauf erpicht, Songs als solche zu kreieren (im Gegensatz zu "progressiv") und vermag es, Stimmungen entstehen zu lassen. Wie es dereinst im guten alten Thrash Metal der 80er auch so der Fall war. Good times...

Riffs en masse, ein thrashig-filigranes Schlagzeug und der irgendwo zwischen Mille und Schmier residierende Gesang sind die großen Wahrzeichen von EXUMER, die über ein Jahrzehnt nach ihrer Wiedervereinigung mit einem veritablen Thrash-Kracher aufzeigen. Und das alles eben mit einem zwar zeitgemäßen aber nicht zu modernen Sound.

Erfrischend in Zeiten in denen Lautstärkerekorde pulverisiert werden, Songs auf ewig verlängert werden, um Anspruch vorzutäuschen, Gitarren wie Tupperware klingen und Drums an eine Exhibition von Jan-Ove Aldner und Mikael Appelgren erinnern.

Alles gut also? Nicht ganz, ein Hit (oder zwei, oder..., etc.) fehlen dem Album vielleicht. Das Album kommt mit unter 40 Minuten in einer Länge, die wirklich ideal ist, es kommt auch in keinster Weise Langeweile auf, aber der Sommerhit ist leider nicht dabei.

Was bleibt ist ein wirklich starkes Thrash Metal-Album in Zeiten in denen Thrash Metal zu einer Selbstkarikatur verkommen ist (OVERKILL, SODOM,  hüstel...) und man im Metal gerne auf das Songwriting vergisst.

EXUMER sind wieder einmal zurück und das ist gut so!

PS: auf irgendeiner Version dieses Albums gibt es zwei Coverversionen. "He's a Woman - She's a Man" von den SCORPIONS und ENTOMBEDs "Supposed To Rot". Kann man so machen.

 



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Christian Wiederwald (06.04.2019)

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