GRAND MAGUS - Wolf God

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VÖ: 19.04.2019
Bandinfo: GRAND MAGUS
Genre: Heavy Metal
Label: Nuclear Blast Records
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Lineup  |  Trackliste

Das Trio aus Schweden steht seit Jahren für hervorragend gemachten Heavy Metal und die Fans warten immer sehnlichst auf das nächste Album. Nach ziemlich genau drei Jahren hat diesmal das Warten ein Ende und der Hörer kommt in den Genuss, Album Nummer neun in den Händen zu halten. Diesmal dem Wolf Gott gewidmet, tummelt sich also Mythologie auf dem Werk inklusive Platten Cover.
Seitens der Mitglieder hat sich nichts geändert. Vor allem Sänger und Gitarrist Janne „JB“ Christoffersson hat nichts an seinem Riff-Können eingebüßt und auch nicht an seinen gesanglichen Leistungen. Die Stimme ist weiterhin emotional und macht Höhen und Tiefen mit, sodass sie über den stark gespielten Instrumenten bleibt.
Nicht jedes Mal gibt es von GRAND MAGUS ein Intro, diesmal aber schon. Es ist klassisch und erinnert mit den Bratschen, Cellos und Schlagwerken irgendwie an das vertonte Märchen „Peter und der Wolf“ von Sergei Prokofjew. Einfach mal was anderes zu den sonst zumeist üblichen Intros, verspricht es ein großes Werk und schürt die Erwartungen.
Der Einstieg ins Hauptwerk kommt bombastisch und mit den bekannt brachialen Riffs von JB. Der „Wolf God“ schleicht düster und mit Wildheit an den Boxen vorbei und liefert gutes Material zum Headbangen. Dann geht es weiter mit „A Hall Clad In Gold“, wo der Sound ein wenig eintöniger wird. Zuerst noch vom harten Bassrhythmus angetrieben, schwenkt der Song in eine Richtung mit mittlerer Geschwindigkeit und ein für meinen Geschmack etwas zu zäh fließenden Riffs. Zwischendurch lockern sowohl Gesang als auch die Solo-Strecken vom Bass ein wenig auf und gegen Ende folgt ein Alleingang von JB, der fast Live-Qualität hat (ist das jetzt gut oder schlecht? – Läk Thor).
„Brother Of The Storm“ klingt nach den Ursprüngen des Rock und erinnert mich ein wenig an BLACK SABBATH Songs. Ein nettes Stück mit Hymnencharakter, das man sich öfter anhört, weil der Rhythmus unter die Haut geht, und JB auch voll mit seinem Gesang überzeugt, der hart, ausdrucksvoll und klar ist. Dazu die wummernden Bässe als Unterstützung und am Ende des Songs – jup, das hat was.
Zartes Geplätschere? Meer oder Gebirgsbach? Keine Ahnung, jedenfalls wird damit der leicht stampfende Sound von „Dawn Of Fire“ eingeleitet. Wieder ein Song, der am langsamen Ende des Midtempo-Bereichs angesiedelt ist, mit Riffs, die sich auch wieder dahin ziehen, dafür kann man easy in den „ohhh-hoooo-hoooooo“ Chor einstimmen. Ab der Mitte ist es dann fast zu viel, also zu viel des Langsamen. Ich warte auf Änderung im Rhythmus, aber diese kommt nicht.
Um einiges besser dann „Spear Thrower“, das hat Speed, Groove und Härte. Zum Glück, weil nach fünf Minuten „Dawn Of Fire“ wäre ich fast eingeschlafen. Es gibt nicht nur einen lässigen Grundrhythmus, sondern auch tolle Riffs und Breaks, die dem ganzen einen heavy Pfiff verleihen. Bei „To Live And Die In Solitude“ wird diese Richtung beibehalten, Headbangen ist hier nicht so einfach wie bei „Dawn Of Fire“, dafür hat man mehr Abwechslung, wenn nach den schnellen Riffs Breaks zu langsameren Teilen kommen (Refrains), wo man gut mitgrölen kann. Generell klingen alle Songs sehr authentisch und live-tauglich. Das mag auch an der Art des Einspielens liegen, weil diesmal alle Instrumente gleichzeitig, also sozusagen „live“ aufgenommen wurden (ist „live“ jetzt gut oder schlecht? The Editors).  
Drei Songs bleiben uns noch bis zum Ende. „Glory To The Brave“ startet wie üblich nach ein paar Einstimmungstakten mit gekonnten Riffs, der Song an sich gesellt sich zu den langsameren Stücken, die lange Instrumental- bzw. Solo-Stelle zeigt Biss. Die Atmosphäre wirkt düster und dicht.
Ahhhh… „He Sent Them All To Hel“ – diese Nummer hat einfach das „gewisse Etwas“. Der Rhythmus ist lässig und geht ins Ohr, die Riffs sind einfach, aber sehr eingängig und in Summe ist der Song einfach passend. Bass und Schlagzeug liefern dazu im Background den entsprechend harten Grundrhythmus, den man für einen Song dieser Klasse braucht. Nach mehrmaligem Durchhören ist das meine Lieblingsnummer, die ich auf jeden Fall als Anspieltipp empfehlen möchte.
Zum Abschluss kommt noch das wieder schneller geratene „Untamed“, das ganz im Stil des klassischen Heavy Metal gehalten ist und melodisch wirkt. Die Wechsel zwischen Sologitarre und Schlagzeug/Bass sowie Rhythmusgitarre passen wieder sehr gut rein und der Chorgesang im Background erzeugt den Eindruck von Filmmusik (nordische Fantasy).
„Wolf God“ ist nicht unbedingt das beste Werk von GRAND MAGUS geworden, aber es ist trotzdem ein recht gutes Album. Circa die Hälfte der Songs ist eher langsam und liefert minutenlangen Stampf-Rhythmus, die andere Hälfte hat Hymnencharakter bzw. liefert den Heavy Metal mit Groove und Härte sowie die beinharten Riffs, die man von ihnen erwartet. Gesanglich überzeugt "FB" vom ersten bis zum letzten Song.

 



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Lady Cat (15.04.2019)

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