PEST EMPIRE - Liberty Death

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VÖ: 06.03.2019
Bandinfo: PEST EMPIRE
Genre: Black Metal
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste

Die rheinland-pfälzische Stadt Speyer ist ein gerne besuchtes Ziel für Touristen und bietet neben einer schönen Altstadt ein gescheites Brauhaus, zahlreiche Museen und ein Spa-Hotel. Und für die metallische Besucherschaft zählt mit PEST EMPIRE auch eine potente Black / Doom Metal Band zum Kulturgut dieser geschichtsträchtigen Stadt. Das Trio aus Speyer/Stuttgart/Mannheim existiert seit 2012 und hat bis dato drei EPs veröffentlicht, jüngst den Dreiachser "Liberty Death".

Die aktuelle EP enthält drei neue Songs und eine Coverversion von "Nightfall Guides Insomnia To Be An Everlasting Torture, With This Being The Consequence". Der Song, der ursprünglich von der niederländischen Band DEINONYCHUS stammt, hat die Band nach eigenen Angaben von Beginn an begleitet und beeinflusst. Wie bei ihren ersten EPs haben die drei Langsamläufer den kompletten Produktionsprozess in eigener Hand belassen. Diese Wahl zahlt sich in Form eines satten und nicht überproduzierten Sounds aus.

Das eröffnende "X (Chapter III)" hat aufgrund seines Aufbaus und der mit knapp fünf Minuten eher "bescheidenen" Laufzeit fast den Charakter eines Intros. Nach zwei Minuten mit langsamen Doom-Riffs folgt die gesprochene Ansage: "The Gates Are Open. Hell Broke Loose. Finally, We Have Arrived...To Piss On All Your False...Gods!", woraufhin die basslastigen Gitarren in Begleitung von rumpelnden Blastbeats ein erstes Erdbeben erzeugen. Mit dem zweiten Song "Fly With Black" folgt der Geniestreich der EP, in dem auch zum ersten Mal die schwarzmetallischen Vocals zum Vorschein kommen. In der ersten Hälfte begeistert die Nummer durch ihre eingängigen Leadmelodien, entfaltet sich aber erst nach der Halbzeit zu voller Stärke. Während man nach etwa vier Minuten zunächst den Eindruck gewinnt, das Stück sei vorbei, beginnt erst das eigentliche Schauspiel. Stück um Stück wird die Grundmelodie weitergeführt, begonnen mit sanften Anschlägen auf einer cleanen Gitarre bis hin zum wieder voll ausgebauten Black/Death/Doom-Gerumpel. Diese fast schon zum Meditieren einladende Passage geht mit ihrer Melodie und den sehr akzentuiert gespielten Noten unter die Haut. Der eigentliche Titelsong der EP ("Liberty Death") schießt mit seinen rund 16 Minuten etwas über das Ziel hinaus, bleibt über acht Minuten eher unauffällig und rettet sich anschließend in zähfließende Riffs mit sehr ausdrucksstarken Bässen - die Wasserflasche in meinem Auto tanzte vor Freude und die Zahl der Fahrspuren schien plötzlich verdoppelt.

Die dritte PEST EMPIRE- EP bietet mit ihren 35 Minuten Laufzeit vergleichsweise viel Futter und zeigt eine Band mit Charakter und guten Ideen. Mit "Fly With Black" ist sogar ein Stück an Bord, das ich ohne Umschweife für unsere diesjährige Spotify-Playlist nominieren musste. Den Sprung zu einem regulären Album dürfte sich das Trio damit durchaus zutrauen - zumindest ich wäre darauf gespannt.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Lord Seriousface (11.04.2019)

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