HELLOWEEN - Keeper Of The Seven Keys: The Legacy / Gambling With The Devil (Reissue)

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VÖ: 19.04.2019
Bandinfo: HELLOWEEN
Genre: Power Metal
Label: Nuclear Blast Records
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Lineup  |  Trackliste

Die altehrwürdigen HELLOWEEN wussten jüngst mit Alben wie "Straight Out Of Hell" und "My God-Given Right" zu punkten. Aber auch auf dem Weg dorthin haben die Kürbisse aus Hamburg mehrere interessante Entwicklungen durchgemacht und ebenso hörenswerte Werke veröffentlicht, die sinnbildlich für die jeweilige Schaffensphase der Band stehen. Beispiele hierfür sind "Keeper Of The Seven Keys: The Legacy" und "Gambling With The Devil", die dieser Tage neu veröffentlicht werden.

Mit ihrem elften (regulären) Album "Keeper Of The Seven Keys: The Legacy" knüpften die Power Metaller namentlich an die Alben ihrer glorreichen "Keeper Of The Seven Keys" - Reihe an. Das dritte und finale "Keeper"-Album sorgte im Vorfeld seiner Veröffentlichung für zweifelnde bis vorsichtig gespannte Reaktionen, da nach dem eher verhalten aufgenommenen "Rabbit Don’t Come Easy" erneut der Titel der beiden (Band-)Klassiker von 1987 und 1988 auf einem HELLOWEEN-Cover prangte. Denn neben der hohen Messlatte, die der ehrfurchterregende Status der beiden Referenzwerke gebietet, waren inzwischen auch bedeutsame Änderungen im Lineup eingetreten. Damit gab es zumindest potenzielle Argumente für jene, die in der Fortführung der "Keeper"-Reihe ein Sakrileg oder Schlimmeres befürchteten. Glücklicherweise bewahrheiteten sich derartige Bedenken nicht und die Reaktionen von Fans und Fachpresse fielen positiv aus. Mit einem Doppelalbum von stolzen 78 Minuten Laufzeit, einer verspielten Komposition und überlangen, aber niemals langweiligen Stücken wie "The King For A 1000 Years" oder "Occasion Avenue" konnten die Kürbisse die Metalgemeinde für sich gewinnen. Neben den genannten Stücken blieben besonders "The Invisible Man" und "Light The Universe" im Ohr. Beim ersten Duett in HELLOWEENs Geschichte gab sich Candice Night (Ehefrau von Ritchie Blackmore [ex-DEEP PURPLE] und Sängerin in dessen Band BLACKMORE'S NIGHT) die Ehre und machte aus dem schwermütigen Song eine besondere Nummer in HELLOWEENs langer Diskographie. In der Neuauflage bringt der ohnehin schon schwere Schinken noch die beiden Bonussongs "Run (The Name Of Your Enemy)" und "Revolution" mit.

Der Nachfolger "Gambling With The Devil" lieferte abermals eine volle Stunde Kürbis-Action. Action ist hier der richtige Begriff, denn mit ihrem zwölften Album griffen die Hamburger ein großes Stück heftiger in die Saiten als bei dessen Vorgänger. So schmettert einem der Quasi-Opener "Kill It" fast schon mustaineske Thrashriffs ums Gehör und auch die aggressiven Screams und prügelnden Drums hätte man so nicht erwartet. Den krassesten Kontrast findet man kurz vor der Solopassage, wo zunächst die Refrainzeilen "People never wonder how the world goes round. They who know must follow..." clean bzw. mit Käsepop-Verzerrer vorgetragen werden. Nach der darauf folgenden, unerwartet Black-Metal-würdig ausgespieenen Zeile "...they who don't die bound!" findet man sich um die Breite eines Kürbisstiels vor dem Genrekoller und reibt sich ungläubig die Augen. Der Opener steht so gesehen sinnbildlich für die Ausrichtung des Albums, das die erfrischende Aggression gekonnt mit der vertrauten Melodieverliebtheit und der zuweilen penetranten Eingängigkeit verbindet. Unvergessen bleibt auch das starke Dreigespann aus "The Bells Of The Hells", "Fallen To Pieces" und "I.M.E.", die sich im titelgebenden Spiel mit dem Teufel verbunden sehen. Im Reissue sind außerdem die vier Bonussongs "Find My Freedom", "We Unite", "See The Night" und "Never Surrender" an Bord.

Rückblickend sind "Keeper Of The Seven Keys: The Legacy" und "Gambling With The Devil" zwei starke Platten, die man als Fan der Kürbisse und ihrer Zunft kennen sollte. Der eigentliche Mehrwert der Reissues steckt in der Sammlung der insgesamt sechs Bonussongs, die allesamt zu schade sind, um in Vergessenheit zu geraten und die so gebündelt noch auf keiner vorangegangenen Veröffentlichung enthalten waren.



Ohne Bewertung
Autor: Lord Seriousface (17.04.2019)

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