JUGGERNAUT - Baptism Under Fire/Trouble Within

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VÖ: 05.04.2019
Bandinfo: JUGGERNAUT
Genre: US Power Metal
Label: Metal Blade Records
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Lineup  |  Trackliste

Der US-Metal erlebt in den letzten Jahren einen gehörigen Aufwind. Klassische Bands wie METAL CHURCH, FIFTH ANGEL oder HEIR APPARENT melden sich wieder aktiv mit zum Teil sehr starken Veröffentlichungen zurück und sind schwer am touren. Im Fall von JUGGERNAUT handelt es sich zwar leider "nur" um einen Re-Release ihrer beiden Alben "Trouble Within" (1986) und "Baptism Under Fire" (1987) aber immerhin besser als gar nichts. Zudem traten die Jungs zum ersten Mal in Europa überhaupt auf beim Keep It True-Festival Ende April  mit immerhin 50% der Urbesetzung.

Wer die Band kennt weiss, was einen erwartet: JUGGERNAUT haben einen doch recht einzigartigen Stil. Eine Vielzahl der Songs beginnt recht zerfahren, aber noch bevor man zu grübeln beginnt, was einem hier vorgesetzt wird, löst sich das Ganze in einem schicken Refrain auf und der Song macht in seiner Gesamtheit Sinn. Die rumpelige Produktion passt dabei sogar wie die Faust aufs Auge. Klassiker-Tracks wie "Impaler" oder "All Hallow's Eve" sind Paradebeispiele für die musikalische Ausrichtung. Gerade "Impaler" ist ein unsterblicher, schräger Evergreen des frühen US-Metal. Dass die Band leider nie über den Status des Geheimtipps hinausgekommen ist, kann man durchaus nachvollziehen, aber "Kult" trifft es hier wohl am besten.

Was spricht nun für die Neuauflagen der beiden Alben? Zum einen waren die Originale sowie nachfolgende Re-Issues nicht mehr so leicht erhältlich zum anderen erscheinen die beiden Studioalben "Baptism Under Fire" und "Trouble Within" als zwei separate CDs  zum Preis einer Einfach-CD verpackt in einem schicken Boxset mit dickem Booklet inklusive neuer Liner Notes. Somit ist "Value for Money" garantiert. Als Bonustracks gibts es auf "Baptism Under Fire" sechs Tracks der "Iron Works"-Ep, die aber meines Wissens bereits auf einer früheren Wiederveröffentlichung das Licht der Welt erblickten. Diese Lieder  sollen laut Promo-Info auch remastered worden sein. Inwieweit dies auch für die beiden "regulären" Alben gilt ist mir nicht bekannt, der Sound klingt aber weiterhin schön dumpf und rumpelig wie auf den Achtziger-Originalen so wie es sein muss.

"Baptism Under Fire" ist ohne Zweifel ein Undergroundjuwel. Auf dem Nachfolger "Trouble Within" war dann ein Sängerwechsel zu verzeichnen. Für Harlan Glenn stand nunmehr Steve Cooper am Mikro (dieser verstarb leider im Jahr 2006 an Folgen seiner Diabetes-Erkrankung). Der Wechsel fiel jedoch nicht sonderlich ins Gewicht, da stiltechnisch die beiden doch sehr artverwandt waren. Auch die musikalische Richtung wurde weiter verfolgt, vielleicht eine Spur straighter als auf dem Vorgänger aber dennoch immer noch unverkennbar JUGGERNAUT. 

Viele JUGGERNAUT-Songs bewegen sich unter der Grenze von drei Minuten Laufzeit, eine Spieldauer, die eher im Punk die Regel ist. Aber gerade das macht auch den Charme der Band aus, auch wenn einiges dann zwangsläufig etwas unfertig klingt.

Auf dem "Trouble Within" -Silberling gibt es als Bonustracks zwei brandneue Songs, die von 3/4 des Original-1985-Lineups eingetütet wurde. Würde man es nicht besser wissen, könnte man meinen, die Zeit wäre stehengeblieben. Die Songs reihen sich nahtlos in die Diskographie der Band ein und machen neugierig auf weitere neue Stücke, die es künftig hoffentlich geben wird.

Somit bleibt abzuwarten, ob JUGGENAUT auf lange Sicht wieder am Ball bleiben oder ob es sich nur um eine kurzfristige Angelegenheit handelt. Ich würde mir Ersteres wünschen. Bis dahin kann man die Re-Issues genießen. 

 

 



Ohne Bewertung
Autor: Martin Weckwerth (30.04.2019)

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