EMERALD - Restless Souls

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VÖ: 17.05.2019
Bandinfo: EMERALD
Genre: Heavy Metal
Label: ROAR Rock of Angels Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Nachdem es zwischen EMERALDs letzten Alben "Unleashed" und "Reckoning Day" zu größeren Veränderungen im Lineup kam, scheint wieder eine gewisse Ruhe in der schweizerischen Heavy-Metal-Schmiede eingekehrt zu sein. Nachdem die teilerneuerte Band zunächst mit "Reckoning Day" gute Kritiken einfahren konnte, bleibt das Sextett im Fluss und liefert mit "Restless Souls" ihr zweites gemeinsames Album und das achte Werk der Band ab.

Mit dem nach "Unleashed" eingestiegenen Sänger Mace Mitchell ertönen EMERALD mit einer kratzbürstigen Stimme, die bei aller Liebe zum traditionellen Metal nicht den guten, alten Rock'n'Roll-Spirit vermissen lässt. Mace Mitchell ist vielleicht nicht der Rob Halford der Schweiz, hat aber eine schöne, charaktervolle Singstimme, der man einfach gerne zuhört.

Musikalisch geht es im Hause EMERALD weiterhin um bodenständigen Heavy Metal nach alter Schule, der die 1980er Jahre wieder blühend aufleben lässt. Auf "Restless Souls" blitzen des Öfteren die jungen FIFTH ANGEL zu Zeiten ihres Zweitwerks "Time Will Tell" durch. Sehr deutlich wird dies bei Songs wie "Valley Of Death" oder "Son Of Sam", die stark auf eingängige Melodien mit Keyboard-Untermalung und Mitsing-Refrains bauen. Die einfache wie geniale Erfolgsformel funktionierte 1989, tut es noch heute und beeinflusst den Verfasser dieser Zeilen unbewusst dazu, die besagte Scheibe der Seattler Engel noch einmal hören zu wollen [...dabei hatte mich der fast inflationäre Gebrauch dieser Eingängigkeitsformel seiner Zeit doch ein wenig gestört...]. Zum Glück klingen nicht alle Stücke auf "Restless Souls" identisch und bieten trotz gemeinsamen Nenners genügend Abwechslung. Songs wie der Opener "Freakshow", "Digital Slavery" oder die Speed-/Thrash-Metal-Keule "The Wicked Force" zeigen, dass EMERALD auch ganz andere Saiten aufziehen können. Auch einen Exoten wie "Cad Goddeu" hätte man eher im Mittelaltersektor als im Heavy Metal erwartet. Zum Ende der Platte zeigen sich die Schweizer auch gerne mal emotional bis balladesk und laden mit "Set Me Free" zum Feuerzeugwedeln ein. Mit "Superhero" folgt schließlich eine melancholische Powerballade und eine der Perlen des Albums. Einzig "My Final Stand" und der Titelsong hängen in der Wertung nach unten durch bzw. entwickeln sich mit der Zeit ein wenig zur Käseplatte.

Unterm Strich bleibt "Restless Souls" eine abwechslungsreiche und kurzweilige Heavy-Metal-Scheibe, mit der man trotz gelegentlicher Besuche von Frau Antje sehr viel Spaß haben kann. Einerseits betrübt es ein wenig, dass sich ausgerechnet der Titelsong als Kröte entpuppt, aber andererseits würde z. B. "Son Of Sam" als Albumtitel doch eher seltsam klingen. Und wenn wir mal ehrlich sind, ist der "Superhero" als Schlagzeile auch schon ein alter Hut. Dann bleiben die Schweizer besser "rastlos" und versorgen uns auch in Zukunft fleißig mit frischem Traditionsstahl.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Lord Seriousface (10.05.2019)

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