MADDER MORTEM - Marrow

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VÖ: 21.09.2018
Bandinfo: Madder Mortem
Genre: Dark Metal
Label: Dark Essence Records
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Lineup  |  Trackliste

Wenn man als Rezensent ewig braucht, um ein Review zu einer Veröffentlichung zu verfassen, dann kann das an der Faulheit der Person liegen. Muss es aber nicht. Es kann auch daran liegen, dass man MADDER MORTEM zu rezensieren hat, die
schwer in Worte zu fassen sind. Die neue Veröffentlichung "Marrow" stellt da keine Ausnahme dar. Wie also soll man dies mit Hilfe einiger Worte prägnant beschreiben, ohne den Leser zusätzlich zu verwirren?

Vielleicht funktioniert dies, indem man sich der Thematik schrittweise nähert:

Wer sind diese MADDER MORTEM?
Die Norweger um Frontfrau Agnete M. Kirkevaag sind seit 1993 aktiv und spielen mit diversen Facetten des Dark Metal. Mal melancholisch, mal progressiv, mal düster, manchmal sogar melodisch und immer wieder auch aggressiv. 

Wie lässt sich die Zielgruppe definieren?
Keine einfache Frage. Die reinen Powermetal-Freunde werden hier keine Drachen und Einhörner finden, mit denen sie fantastische Welten erobern können. Auch die old school Thrasher und Black Metal-Fanatiker werden "Marrow" nicht per se viel abgewinnen können. MADDER MORTEM sind für die Freunde dunkler Musik, die keine Scheuklappen tragen und der Musik gerne Zeit geben. Wenn euch progressive Einsprengsel nicht stören, dann seid ihr hier richtig. MADDER MORTEM sind vielleicht keine geeignete Musik zum "berieseln lassen" bei der Hausarbeit, aber sie entfalten mit Kopfhörer und/oder bei Schlechtwetter eine schöne Wirkung.

Generell kann man der Band attestieren, dass sie Kritikerlieblinge sind, die sich eine treue Fanbase erarbeitet haben, aber noch nicht in der breiten Masse angekommen sind. Schade eigentlich, denn die Vielschichtigkeit des Dargebotenen ist durchaus beeindruckend: Während zum Beispiel "Far From Home" einen beinahe poppigen Refrain hat und dann in weiterer Folge fast hysterisch klingt, ist der Titeltrack "Marrow" komplex und verkopft. "White Snow, Red Shadows" wiederum ist eher kernig, hat aber auch vor allem bei den eher rhythmischen Vocals einen manischen Touch. "Stumble On" ist eher melancholisch als aggressiv, aber ein sehr dramatischer, intensiver Track. "Moonlight Over Silver White" wiederum beginnt mit Aggressivität, wird aber zu einer ausdrucksstarken Geschichte, die in verschiedenen Stimmungen daherkommt und mitunter stürmische Passagen aufweist.
Der gemeinsame Nenner sind die ausdrucksstarken Vocals und die genannte Vielschichtigkeit, die Komplexität mit Melodie und Atmosphäre vereint.

Also alles gut bei MADDER MORTEM? Prinzipiell schon, wenngleich "Marrow" länger gebraucht hat, um zu "zünden". Man ist hier doch noch etwas komplexer und atmosphärischer als beim Vorgängerwerk "Red In Tooth And Claw"" an die Thematik herangegangen. Dennoch: Wenn man den Willen hat, sich mit der Musik auseinander zu setzen, dann erwartet einen "großes Kino"! 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: El Greco (09.05.2019)

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