BELZEBUBS - Pantheon Of The Nightside Gods

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VÖ: 26.04.2019
Bandinfo: BELZEBUBS
Genre: Melodic Black Metal
Label: Century Media Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Mit den BELZEBUBS wagt die Band aus den gleichnamigen Webcomics des Finnen J.P. Ahonen den Schritt in die reale Welt. Welche realen Musiker den Bandmitgliedern Hubbath, Sløth, Obesyx und Samaël zu ihrer Inkarnation verhalfen, ist nicht überliefert. Bekannt ist jedoch, dass die monochromen Freunde einen Plattendeal mit Century Media Records an Land ziehen konnten und für das Mixing und Mastering ihrer ersten Platte "Pantheon Of The Nightside Gods" keinen Geringeren als Dan Swanö verpflichteten.

Gute Startvoraussetzungen für die vier Fragezeichen aus dem "mystischen Norden", deren genaue Postanschrift vermutlich nur der Absender ihres Plattenvertrages kennt. Über das Ergebnis kann man sich nicht beschweren: die Zusammenarbeit mit Dan Swanö, der sich als Musiker und Produzent einen Namen gemacht und bereits mit Größen wie MARDUK oder DISSECTION gearbeitet hat, trägt in Form einer klaren und hochwertigen Produktion Früchte. Auch musikalisch ist der erste Langspieler der Belzebuben nicht uninteressant. Man mag bis dato nicht wissen, wer die leibhaftigen Musiker hinter dem Banner BELZEBUBS sind, darf sich aber aufgrund des Gehörten die Schlussfolgerung erlauben, dass es sich keineswegs um Anfänger oder Musiker aus den hinteren Reihen handelt.

Auf die Gefahr hin, dass sich der Leser der Comics das Bild einer rumpeligen Newcomer-Black-Metal-Band vor Augen und Ohren hält, sei darauf hingewiesen, dass das in den Kurzgeschichten aufgegriffene Schwarz-Weiß-Klischee nur sehr bedingt zutrifft. Die Protagonisten sind zwar optisch mit den typischen Szenemerkmalen versehen, wirken aber gleichzeitig mehr niedlich als böse und zeigen dabei sehr menschliche und sympathische Züge. Das alles sind Eigenschaften, die mit dem gängigen Klischee des nietenbewehrten, grimmigen, wort- und gefühlskargen Nordmannes nicht so recht harmonieren wollen. Sie ziehen sich aber wie ein roter Faden durch die Comics und die quirligen Videoclips. In letzter Konsequenz schlagen sie sich auch in der Musik nieder. Im Ergebnis vereint die Musik der BELZEBUBS Elemente des Black Metal (Krächzen, Blastbeats, Melancholie, Teufelei) mit Melodic Death Metal (harte, aber melodisch-verspielte Riffs) und Heavy bis Power Metal (harmonisch-heitere Soli, Twingitarren). Die begleitenden Keyboards verleihen diesem Sammelsurium schlussendlich noch ein symphonisches Rückgrat.

Das Ganze ist auch bei einer knappen Stunde Laufzeit noch sehr kurzweilig anzuhören. "Cathedrals Of Mourning", "Acheron" oder das überwiegend von Leads durchzogene "Blackened Call" hinterlassen mit langgezogenen Solopassagen, mehrstimmigen oder singenden Gitarren einen bleibenden Eindruck. "The Crowned Daughters", "Dark Mother" und "The Werewolf Bride" gehen fließend ineinander über und bilden eine Einheit, zu dem das überwiegend von Akustikgitarren und Klargesang getragene "The Crowned Daughters" den Auftakt bildet. Nach etwa vier Minuten von beinahe radiotauglicher Harmonie setzen wieder harte Klänge und der gutturale Gesang ein, um den ersten Teil des Triumvirats auszuläuten. Das titelgebende "Pantheon Of The Nightside Gods" folgt am Ende der Platte und bildet ein neunminütiges Epos mit ausufernden Keyboardparts am Anfang und Ende.

Wie soll man die BELZEBUBS schlussendlich einordnen? Ist es eine "richtige" Band oder ein werbewirksamer Ableger der Comicvorlage? Werden die Rollen der fiktiven Charaktere konstant oder wechselnd besetzt? Werden die Erschaffer der Musik irgendwann enthüllt und darf man die liebenswürdigen Teufelskerlchen dann in natura auf der Bühne erleben? Das alles wird die Zukunft zeigen, sofern sich die BELZEBUBS als Wiederholungstäter erweisen. Auf alle Fälle ist ihr erster Streich "Pantheon Of The Nightside Gods" ein tolles Stück Musik, das mindestens so liebenswürdig ist wie die lustigen Comics und Videos der vier Pandabären. Und Hand aufs Herz - niemand, der die Vorlage kennt, hätte erwartet, dass die Burschen für den "Kristian V. Award für besonders schwarze Metallurgie" kandidieren würden [gemeint ist natürlich König Kristian der V. aus dem 17. Jahrhundert, der nur aus Unwissen falsch geschrieben wurde...sonst keiner!]. Insofern passt am Ende alles zusammen und ergibt ein stimmiges Bild.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Lord Seriousface (28.04.2019)

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