THE WHISKEY HELL - Bitchhiker

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VÖ: 10.05.2019
Bandinfo: THE WHISKEY HELL
Genre: Hard Rock
Label: Keiler Records
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Lineup  |  Trackliste

Yeah, das läuft groovy rein, da sollte der Fuß mitwippen bei Freunden von handgemachter Gitarren-Musik. Liebhaber von Schweinerock, Rotzrock und Boogie Rock dürften noch weitaus mehr in Wallung geraten, wenn sie sich das Album „Bitchhiker“ von THE WHISKEY HELL aus Hamburg anhören. Es gibt schön erdig tönende Mucke in der Schnittmenge von AC/DC, ROSE TATTOO, PEER GÜNT, NASHVILLE PUSSY und V8 WANKERS. Im Vergleich zu den genannten Bands gibt’s noch einen kräftigeren Schuss Blues, was dem Ganzen eine betont lässige Entspanntheit verleiht.

Die Band THE WHISKEY HELL aus Hamburg besteht seit Anfang 2013, firmierte aber lange Zeit unter dem Namen WALLENBERGSs WHISKEY HELL und veröffentlicht nun Album Nummer drei. Sänger und Gitarrist Olly Wallenberg war zuvor bei der Band DOC EISENHAUER und sang Ende der Neunziger die Solo-Platte von HELLOWEENs Bassisten Markus Großkopf ein. Ein Musiker mit Erfahrung also, was man der Platte positiv anhört. Das Trio weiß was es da tut. Das merkt man, gleich zu Beginn beim krachenden Gitarrenriff des Openers „Bad Ass Boogie“, das nicht nur Fans der Musikrichtung packen müsste. Bärenstarker Song! Bei „Trailer Park Queen“ wird das Tempo etwas gedrosselt, kurz wird ein funkiger Rhythmus mit Sprechgesang eingestreut, um dann lässig zu grooven. Das passt alles gut zusammen. Auch der Titelsong lässt automatisch Assoziationen zu US-amerikanische Musclecars mit V8-Motoren, Südstaaten, Chopper sowie Cowboystiefel und -hut aufkommen. Was auch am Organ von Sänger Wallenberg liegt, das sich reichlich Schnaps-geölt anhört.

Ein weiterer Höhepunkt ist „Whorehouse Love Affair“, der tief in der Magengegend groovt und schließlich einen unwiderstehlichen Ohrwurm auspackt – und einfach gute Laune macht. „Memphis 97“ gurgelt dann derart trocken, dass man mächtig Durst bekommt. Zeit diesen zu stillen, bekommt man bei der Ballade „Final Destination“, bei der übers richtige Leben leben philosophiert wird. Okaye Nummer, aber jetzt könnte mal wieder etwas mehr Biss in die Sache kommen. Das klappt mit „Burning Man“ nur so halb beim schmackigeren Mittelteil. Bei „Back To The River“ und „Whiskey Dick Contest“ geht’s wieder weiter runter mit Tempo und Biss, es regiert der lässige König Boogie Rock der Marke AC/DC mit viel Blues im Gemächt. Ok, die Herren mögen es also entspannter als so manche Referenzband. Kann man natürlich machen, muss man aber auch mögen.

Die Texte dem Album sind übrigens mal lustig gemeint, gespickt mit einigen Klischees des amerikanischen White-Trash-Milieus, manchmal aber auch nachdenklich wie bei „Keep On Searching“, wo die Suche nach dem Sinn des Lebens thematisiert wird. Diese textliche Abwechslung steht der Band im gestandenen Mannesalter gut zu Gesicht. Die beiden Unplugged-Nummern zum Schluss („Cocaine Cowboys“ und „Weed´n´Whiskey“ vom Vorgänger-Album „Booze 'N' Boogie“) versprühen nochmal die volle Breitseite Südstaaten-Flair mit einer Extra-Dröhnung Ami-Coolness und dürften toll-entspannte Rausschmeißer bei Konzerten sein.

Klar, die Musikrichtung muss man mögen, denn Kompromisse gehen THE WHISKEY HELL auf „Bitchhiker“ nicht ein. Die Zielgruppe ist klar: Für diejenigen, die Bluesrock und Boogie Rock sowie die eingangs genannten Bands mögen, gibt es ein top und erdig produziertes, groovendes, lässiges (vielleicht eine kleine Spur zu) entspanntes Album ohne Ausfälle und zwei sehr starke Nummern (der Opener und „Whorehouse Love Affair“). Mission erfüllt.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Tobias (06.05.2019)

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