CRAZY LIXX - Forever wild

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VÖ: 17.05.2019
Bandinfo: CRAZY LIXX
Genre: Hard Rock
Label: Frontiers Records
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Lineup  |  Trackliste

"Forever Wild" ist das bereits sechste Studioalbum der schwedischen Sleaze-Rocker CRAZY LIXX, die es sich zum Auftrag gemacht haben, die Achtziger musikalisch wieder in die Haushalte zu bringen. Das Cover zeigt schon in welche Richtung es geht und dürfte wohl innerhalb von fünf Minuten mit Photoshop entstanden sein. Aber was solls, da gibt sich leider kaum mehr jemand Mühe was Artwork angeht. 

"Wicked" startet die Zeitreise und die Jungs laufen gleich zu Beginn Gefahr, eine Klage von Desmond Child per Einschreiben zu erhalten, ist doch der Chorus des Songs fast 1:1 von dessen "Poison"-Smash-Hits "inspiriert". Böse Zungen würden behaupten "dreist geklaut.".

Mit "Breakout" wird das Ganze flott fortgesetzt. Die Produktion ist in mehr als in Ordnung (was man bei einem Stream eben so beurteilen kann) und recht transparent. Vom Härtegrad in etwa mit den ersten beiden BON JOVI-Scheiben vergleichbar überzeugt der Song mit einem guten Hymnen-Chorus.

"Silent Thunder"  schlägt in die gleiche Kerbe. Die Vocals sind auch hier im Stil von Herrn JBJ, als er noch singen konnte und die Haare meterhoch auftoupiert wurden. Der Chorus erinnert mich irgendwie an einen softeren AVANTASIA-Song, an welchen muss ich noch herausfinden. Aber ein recht guter Track mit schönen Gitarren- und Gesangsharmonien.

Bei "(She's wearing) Yesterday's Face" wird das Ganze etwas rauer und sleaziger. Die "ahhh"  und "wohohooooo"'s werden hier aber wieder etwas überstrapaziert. Eher ein Song zum skippen, zumal der Chorus reichlich hüftsteif um die Ecke biegt. 

"Eagle" ist eine Midtempo-Hymne, die auch gut von den (neueren) H.E.A.T kommen könnte. Ein Song, der wohl ziemlich sicher im Live-Set der anstehenden Tour auftauchen wird. 

"Terminal Velocity" zieht das Tempo wieder an, aber auch hier wieder ein Song, den man irgendwo schon einmal gehört hat. Mit mein Hauptkritikpunkt an der Scheibe. Mir liegen keine Infos zu den Songwriting-Credits vor, aber es würde mich nicht überraschen, wenn da nicht einige der üblichen Verdächtigen in das Songwriting eingegriffen haben. 

Der Chorus von "It's You" fräst sich flott durch die Gehörknöchelchen, auch ein Song a'la BON JOVI des Jahres 1984 und mit der beste Song auf dem Album.

"Love Don't Live Here Anymore" ist die "Big Ballad" auf "Forever Wild". Ich könnte auch hier schwören, dass es sich hier um ein Cover handelt, aber es scheint sich wohl um eine Eigenkomposition zu handeln, die zwar jedem Klischee einer Achtziger-Ballade entspricht, aber durchaus hörbar ist.

"Weekend Lover" recycelt auch wieder kräftig: Wer "Secret Loser" von OZZY OSBOURNEs "Ultimate Sin" - Album kennt, dem dürfte das Eröffnungs-Riff durchaus bekannt vorkommen. Der Song an sich gehört dann eher zum Durchschnittsmaterial.

Mit dem (Fast-)Titelsong "Never Die (Forever Wild)" endet die Scheibe nochmal im Uptempomodus.

Was bleibt: "Forever Wild" hätte alles, was eine großartige Melodicscheibe ausmacht, wenn beim Hören nicht ständig das Gefühl aufkommen würde, die Songs bereits in abgewandelter Version von anderen Bands bereits gehört zu haben. Vieles auf "Forever Wild" ist einfach dreist zusammengeklaut und wird im Melodicrock-nach-Zahlen-Baukasten dann neu zusammengesetzt. Kurzweilig zu hören, gut produziert aber nach ein paar Durchgängen legt man die Scheibe dann doch ziemlich flott zu den Akten. Neu und aufregend ist anders. Und dem "Grafiker" bei Frontiers, der immer wieder aufs Neue mit derartigen Covern um die Ecke biegt, sollte man definitiv einen anderen Job vorschlagen.

                



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Martin Weckwerth (27.05.2019)

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