ALLEGAEON - Apoptosis

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VÖ: 19.04.2019
Bandinfo: ALLEGAEON
Genre: Technical Death Metal
Label: Metal Blade Records
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Lineup  |  Trackliste

The more things change, the more they stay the same – das Sprichwort passt perfekt zu „Apoptosis”, dem neuen Machwerk von ALLEGAEON. Schon wieder hat es das Line-Up nicht vollzählig zum neuen Album geschafft (am Bass ersetzt Brandon Michael den langdienenden Corey Archuleta), und auch musikalisch haben sich die Ami-Deather weiterentwickelt.

Standen die ersten Alben „Fragments Of Form And Function“ und „Formshifter“ noch ganz klar im Zeichen des technischen Melo-Death, hat es seither eine immer stärkere Entwicklung Richtung Progressive gegeben. Vor allem beim Vorgängeralbum „Proponent For Sentience“ war das gut zu hören, da der neue Fronter Riley McShane gute cleane Vocals und stimmliche Vielseitigkeit mitgebracht hat.

Bei „Apoptosis“ erweitert dafür gleich mal der neue Tieftöner das musikalische Spektrum: beim eröffnenden „Parthenogenesis“ gibt es ein kunstvolles Bass-Intro, das einem das Herzerl erwärmt. Überhaupt spielt der Bass mit melodischen Parts eine stärkere Rolle als je zuvor, was auch gut zum progressiveren Anspruch passt.

Nach dem Intro folgt mit „Interphase // Meiosis“ ein klassischer ALLEGAEON-Track (schnell und melodisch), danach kommt mit „Extremophiles (B)“, „The Secular Age“ und „Exothermic Chemical Combustion“ ein veritabler Hit-Dreierpack. Bei „Extremophiles (B)“ kommen die ungewohnt cleanen Vocals zum ersten Mal vor und geben sich ein Stelldichein mit Doublebass-Anschiebe-Parts. Bei „The Secular Age” liegt der Schwerpunkt mehr auf dem melodisch-deathigen, die melancholische Schwere der Melodielinien kriegt sonst nur INSOMNIUM so gut hin. „Exothermic Chemical Combustion” punktet dagegen mit den fast schon gewohnten Lead- und Sologitarren-Exzessen.

Im steten Wechsel folgen dann Songs, die mal mehr wie „die alten“ ALLEGAEON klingen („Metaphobia“, „Stellar Tidal Disruption“), mal mehr in die progressive Richtung gehen („Extremophiles (A)“, „Tsunami And Submergence“). Das hat zur Folge, dass die Scheibe nicht mehr ganz so wie aus einem Guss wirkt wie die älteren Alben, dafür kommt mit dem stärkeren progressiven Einschlag eine Vielschichtigkeit dazu, die den Hörspaß dann weiter als gewohnt verlängert.

Die Fans der ersten Stunde werden mit „Apoptosis“ vielleicht ihre Schwierigkeiten haben, ALLEGAEON haben sich aber – was man ihnen hoch anrechnen muss – in den letzten Jahren nun mal sehr weiterentwickelt und aus dem mittlerweile doch recht engen Tech-Death-Korsett befreit. Das steht „Apoptosis“ nach einer gewissen Gewöhnungsphase gut zu Gesicht und man wartet schon gespannt, wie die Reise für ALLEGAEON weitergehen wird.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Luka (16.05.2019)

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