WALKWAYS - Bleed Out, Heal Out

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VÖ: 14.06.2019
Bandinfo: WALKWAYS
Genre: Alternative Metal
Label: Nuclear Blast Records
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Lineup  |  Trackliste

Wenn Joacim Lundberg, besser bekannt unter seinem Pseudonym „Jake E“ irgendwo seine Finger mit im Spiel hat, handelt es sich immer um ein Qualitätsprodukt des Genres Metal, das der Ex-AMARATHE- und aktuelle CYHRA-Shouter meistens durch tatkräftigen Einsatz weit über das Durchschnittsniveau puscht. Im Fall von WALKWAYS ist die Sache etwas anders gelagert, denn Jake E engagiert sich hier „nur“ bei GUILTY GORILLA, dem Marketing-Unternehmen, das WALKWAYS, eine israelische Alternative-Metal-Band, unter seine Fittiche genommen hat. Dass die fünf Musiker mittlerweile beim renommierten Label Nuclear Blast Records unterschrieben haben, passt ebenso ins Bild.

Das Engagement scheint angesichts des Gründungsjahrs der Band (2007) reichlich spät zu kommen, hinsichtlich der Qualität der Kombo aber glücklicherweise noch gerade rechtzeitig, denn das nun vorliegende Zweitwerk „Bleed Out Heal Out“ nimmt die Hörer/Innen mit auf einen Parforceritt durch eine Vielzahl verschiedener Spielarten der härteren Metal-Sorte, ohne den Sinn für großartige Hooks und einprägsame Melodien aus den Augen zu verlieren.

„Till The End“ eröffnet den Longplayer mit dezentem Vocal-Intro zu gezupfter Stromgitarre und Violinenklang, um sich in der Folge zu einem krachenden Hardknocker zu mausern, der neben seinem unaufhaltsamen Groove auch dezente Metalcore-Ansätze zeigt, die sich auf „Hell Born Shove (Impossible)“ noch deutlicher manifestieren und durch das monotone Besetztzeichen im Strophenteil noch eindringlicher wirken. Zwei der härtesten Bretter der Scheibe und ein Einstieg, den man nicht besser hätte wählen können.

„Despair (For Heaven's Sake)“ nimmt etwas an Tempo heraus, ohne den Spannungsbogen auch nur ansatzweise zu entlasten. In der Folge hämmert mit „Half The Man I Am“ direkt der nächste Kracher aus den Boxen und neben der eindringlichen Textzeile: „I may be your monster – but you´re half the man I am...“ trägt auch die fantastische Gesangsleistung Ran Yerushalmis dazu bei, dem Titel das gewisse Etwas zu verleihen, das in Erinnerung bleibt.

„Trumpet Call“ bildet den Abschluss des enorm harten und konsistenten Einstiegs in das Album, denn mit dem zwei Minuten Song „Levitate“ zünden WALKWAYS die zweite Stufe des Longplayers, die mehr Gewicht auf die hymnischen Fähigkeiten der in Tel Aviv beheimateten Band legt. Nach dem Titel-Track „Bleed Out Heal Out“ folgen die Mega-Songs „You Found Me“ und „Unbearable Days“, die an ANBERLIN in ihrer „Cities“-Phase erinnern, wiederum mit grandiosem, am Rande der Zerbrechlichkeit balancierendem Gesang Ran Yerushalmis.

Mit „Humane Beings“ und „Care (In This Together)“ zieht das Tempo wieder etwas an, bevor mit „Thank You“ in Sachen Härte an die ersten fünf Titel angeknüpft wird. „Bone Deep“ beschließt den Streifzug durch die WALKWAYS-Welt und lässt umgehend den Wunsch aufkommen, das Werk mit erneutem Durchlauf erneut auf sich einwirken zu lassen.

FAZIT: WALKWAYS liefern mit ihrem zweiten Longplayer „Bleed Out Heal Out“ ein Werk der absoluten Spitzenklasse ab. Klassisches Metal-Riffing, Metalcore-Elemente und ein gediegenes Songwriting, das auch die leisen Töne beherrscht, machen das Album zu einer echten Empfehlung für Liebhaber/Innen des härteren Genres, die neben krachendem Schlagzeug und hämmernden Gitarren auch Wert auf Melodien mit Wiedererkennungswert legen.



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Stefan Haarmann (07.06.2019)

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