ENTHRONED - Cold Black Suns

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VÖ: 07.06.2019
Bandinfo: ENTHRONED
Genre: Black Metal
Label: Season of Mist
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Die belgischen Black Metaller ENTHRONED stehen in gewisser Weise für Konstanz, denn trotz regelmäßiger Personalfluktuation veröffentlichte die Band in regelmäßigen Abständen von zwei bis drei Jahren neue Alben. Auch stilistisch haben sich die Kräfteverhältnisse auf den letzten Platten nicht nennenswert verschoben. Mit fünf Jahren war die Wartezeit zum aktuellen Album "Cold Black Suns" die bisher längste der Bandgeschichte. Auch dieses Mal sollte das Bandgefüge nicht unberührt bleiben. So warfen Basser Phorgath und Rhythmusgitarrist ZarZax, die auf dem Vorgänger "Soveregins" vertreten waren, in der Zwischenzeit das Handtuch und reichten die Keulen an ihre Nachfolger Norgaath und Shāgāl weiter.

In Bezug auf die makroskopischen Veränderungen ist damit das Wichtigste gesagt, denn auch  2019 stehen ENTHRONED nach wie vor für das, wofür sie bekannt sind. Sie folgen weiterhin der Linie ihrer letzten Alben und bewegen sich dabei noch etwas mehr im Midtempobereich und unterhalb davon. Der Sound, der von Album zu Album markantere Züge annahm, wurde abermals weiterentwickelt und stellt die bekannten Charakteristika ein wenig prägnanter heraus. Sehr gut gefällt dabei der dreckig fräsende und leicht deathige Gitarrensound, etwas weniger Freude bereitet hingegen die Bassdrum, die heuer noch eine Ecke trockener tackert als zuvor.

Konstanz und Geradlinigkeit stehen auch 2019 auf ENTHRONEDs Fahne. Fans der Belgier bekommen damit das, was sie kennen und schätzen. Das schließt auch mit ein, dass manch bekannte Baustelle der Truppe auch auf "Cold Black Suns" Einzug hält. So zementiert sich nach wenigen Durchgängen der Eindruck, dass auch die aktuelle Langrille in denselben Punkten ambivalent aufgenommen werden könnte wie ihre Vorgänger. Konkret heißt das, dass ENTHRONED zwar nach wie vor gescheiten Black Metal spielen, aber dabei keine richtigen Hits abfeuern. Einerseits haben alle Songs ihre starken Seiten und begeistern auf ihre eigene Weise. Auch mit ihren Tempowechseln und Übergängen machen die Belgier eine gute Figur. Sei es "Oneiros", "Vapula Omega" oder sogar der zweiminütige Hassanfall "Hosanna Satana" - so gut wie alle Stücke auf "Cold Black Suns" profitieren von der Dynamik. Ebenfalls sehr interessant ist "Aghoria", das mit seinen Bendings und dem streng monotonen Gesang dezent an INQUISITION erinnert. Auf der anderen Seite hingegen verlieren sich die Belgier nach wie vor in Schleifen und kommen selten auf den Punkt. Auch dieses Phänomen tritt in den meisten Songs auf, so dass es häufig schwer fällt, dauerhaft am Ball zu bleiben. Dagegen leisten das knapp vierminütige Intro "Ophiusa" und die Tendenz zu überlangen Stücken wie dem neunminütigen Schinken "Son Of Man" keine wirkliche Abhilfe.

Damit bleibt im Prinzip alles beim Alten im ENTHRONED-Universum. Auch Album Nummer elf liefert anständigen Black Metal, der Fans der Truppe und (petrus)kreuzbrave Szenegänger nicht enttäuschen dürfte. Für den Genre-Überflieger des Jahres reicht es aber auch dieses Mal nicht, denn gerade im Hinblick auf die ausufernden Kompositionen hätten etwas mehr Entschlossenheit und Spannung gut getan.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Lord Seriousface (03.06.2019)

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