MEMORIAM - Requiem For Mankind

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VÖ: 21.06.2019
Bandinfo: MEMORIAM
Genre: Death Metal
Label: Nuclear Blast Records
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Lineup  |  Trackliste

Faulheit kann man MEMORIAM nicht vorwerfen: erst 2016 aus der Asche von BOLT THROWER und BENEDICTION auferstanden, haben die Jungs mittlerweile eine EP und soeben die dritte vollwertige Platte am Start. Damit sich das ausgeht, mussten wohl viele 5 Uhr – Tee-Termine ausgelassen werden. Aber die Queen wird das gelassen hinnehmen, vor allem wenn mit „Requiem For Mankind“ das stärkste Album von MEMORIAM bis jetzt veröffentlicht wird. War man bei den Vorgängerscheiben noch ein bisschen auf Stil- und Sinnsuche, haben bei dieser CD Karl Willetts, Scott Fairfax und Co. jetzt ihre Nische gefunden, in der sie sich wohl fühlen.

Und das schimmert auf „Requiem For Mankind“ bei fast jedem Song durch und führt dazu, dass auch fast jeder Song ein Höhepunkt an sich ist. Vor allem im Vergleich zum Vorgänger „The Silent Vigil“ klingen die Tracks nochmal ein Stück knackiger, eingängiger, mehr auf den Punkt gebracht. Stilistisch lassen MEMORIAM natürlich nicht viel anbrennen, die Vorgängerbands sind und bleiben Referenzen, auch wenn sich bei „Requiem For Mankind“ gefühlt noch ein bisschen mehr Death/Doom aus der kontinentalen Ecke (ASPHYX, hallo!) einschleicht. Aber egal, wer für die Songs Pate steht – klassischer Death Metal höchster Qualität erwartet über die ganze Albumlänge den Zuhörer.

Etwa bei „Shell Shock“ (geile Uptempo-Todeswalze mit klassischem Refrain, die auch super auf „…For Victory“ gepasst hätte), beim melodischen Titeltrack oder beim lässigen „Fixed Bayonets“ (hypnotische Groove-Riffs zum Niederknien). „Undefeated“, „Refuse To Be Led“ und „Austerity Kills“ schlagen mehr in die rockige Death-Kerbe (und bei „Austerity Kills“ gibt es mal keinen Text um Kriege, Soldaten etc., sondern aktuelle Themen – mutig!). Und dann gibt es die Tracks, die sich wie unaufhaltsame Panzer durch das Gehör-Minenfeld durcharbeiten und keine Gnade gönnen, bis die Nackenmuskel ermüdet sind wie bei „Never The Victim“, „In The Midst Of Desolation“ oder „The Veteran“. Und „Interment“ setzt den perfekten Schlußpunkt, ein simples aber doch unglaublich effektives Instrumental, das den Hörer shell-shocked in den normalen Tag zurück entlässt.

An der Produktion wurde auch noch mal ein Eck nachgedreht sodass sich sowohl die Oldschool-Death-Freunde an der Räudigkeit des Sounds freuen können als auch für Fans der moderneren Klarheit die Riffs schön präzise daherkommen. Als einzigen (Pseudo-) Makel kann man „Requiem For Mankind“ die fehlende Originalität ankreiden, aber mit dem Anspruch sind MEMORIAM auch nicht angetreten – und BOLT THROWER haben ja auch über knappe 30 Jahre mehr oder weniger das gleiche Album herausgebracht (aber die waren alle gut! Verlässlich gut!). Und das ist auch das Fazit bei „Requiem For Mankind“: Very British. Very dependable. Very good.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Luka (13.06.2019)

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