APHYXION - Void

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VÖ: 10.05.2019
Bandinfo: APHYXION
Genre: Melodic Death Metal
Label: Prime Collective
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Lineup  |  Trackliste

APHYXION sind eine noch junge Formation aus Dänemark, die sich bereits 2007 im Teenager-Alter gegründet haben. Mit "Void" präsentieren sie nun ihren dritten Longplayer und alles andere als einen Hauch von Nichts.

Zumindest thematisch ist das Album der Dänen aber genau in dieser Leere, diesem Nichts angesiedelt. Auf elf Songs beschäftigen sich APHYXION textlich mit einer sehr dunklen Zeit aus Frontmann Michael Vahls Leben, der nach der Veröffentlichung des Vorgängers "Aftermath" in eine Depression fiel. Zu dieser Zeit entstanden alle Lyrics, die heute auf "Void" zu hören sind. Ein sehr persönliches und verletzliches Album also, laut Michael Vahl, der sich durch den Release gestärkt fühlt, aber auch ein wichtiger Schritt.

Die verschiedenen Phasen eines solchen psychischen Zustands lassen sich textlich gut nachverfolgen. So wird etwa von emotionalen Abgründen und der Ohnmacht, sich aus den Fängen der Negativität zu befreien, erzählt ("We all have demons and we like to feed them" aus "Crown Of Thorns"), aber auch von Hoffnung und Kampfgeist, die schönen Seiten des Lebens (wieder) zu entdecken ("I keep looking for reasons to stay alive, I wanna live, not hardly survive" aus "Gap Of Sky").

Ummantelt werden die düsteren Texte von modernen, extrem mitreißenden Klangdecken. APHYXION lassen die Genre-Grenzen wieder wie gewohnt verschwimmen, sodass sich auch auf "Void" neben tiefen Growls, fetten Drums und groovigen Riffs elektronische Passagen bis hin zu kurzen Ausflügen in den Rock-Bereich wiederfinden lassen. Die cleanen Vocals von Bassist Jais Jessen, der erst kürzlich sein gesangliches Talent offenbarte, sind auf "Void" erstmals mehr in den Vordergrund gerückt. So ziehen die Dänen einen abwechslungsreichen, modernen roten Faden durch ihr drittes Album. Von der Ohrwurm-Hymne "Sleepwalkers" über das Metalcore lastigere "No Man Is An Island" bis hin zum Kracher "Restless Nights" drücken APHYXION durchgehend aufs Gas, lassen den melodischen Passagen aber genug Raum, um zwischendurch auch mal zu Atem zu kommen. Auch Chorgesänge und weibliche Gesangspassagen wurden eingebaut. So bekommt man auf "Crown Of Thorns" etwa einen Kinder-Sprechchor zu hören, der im Modern Metal-Bereich zurzeit en vogue zu sein scheint. Mit dem abschließenden und namensgebenden "Void" wird ein letzter Gänsehaut-Moment beschert, zu dem übrigens auch ein meisterliches Musikvideo entstanden ist.

Fazit: Mit "Void" präsentieren APHYXION ein starkes und abwechslungsreiches Album im modernen Melodic Death Metal-Sektor sowie ein besonderes Gespür für Melodik und Dynamik. Ein echter Ohrenschmaus!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Angelika Oberhofer (11.06.2019)

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