DARKTHRONE - Old Star

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VÖ: 31.05.2019
Bandinfo: DARKTHRONE
Genre: Black Metal
Label: Peaceville Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Über dreißig Jahre im Geschäft und kein Bisschen müde - seit dem Release des Debuts "Soulside Journey" musste kein DARKTHRONE-Fan länger als drei Jahre auf eine neue Platte der Kult-Norweger warten. Die rumpelnde Maschinerie von Fenriz und Nocturno Culto läuft und läuft...und läuft. Neuer Stoff der beiden Szenepioniere erscheint so zuverlässig wie die Tageszeitung und ist in der Regel beständiger Fels in der Brandung und musikalische Wundertüte zugleich. Einerseits weiß der geneigte Hörer im Vorfeld, was er von einer neuen DARKTHRONE-Platte erwarten darf. Andererseits ist es doch immer wieder überraschend, wie spontan und ungebunden die beiden Freigeister ihrem musikalischen Erbgut Form verleihen. Damit ist auch ihr 18. Langspieler "Old Star" kein Abziehbild seiner Vorgänger...und dennoch passt er wie immer ins Gesamtbild.

Das zuvor erschienene "Arctic Thunder" bedeutete in gewisser Weise eine Rückbesinnung auf die alten Tage und machte erst einmal Schluss mit dem flotten Black Speed Metal von "The Underground Resistance". Es war natürlich kein Black Metal, wie er im schwarz-weißen Bilderbuch steht, zeigte sich demselben aber überraschend verbunden. "Old Star" begeht demgegenüber keinen allzu bedeutenden Kurswechsel und bewegt sich in einem ähnlichen Fahrwasser. Auf dem alten Stern zockt man allerdings ein wenig gemütlicher als im arktischen Donnerwetter, die Black-Metal-Elemente sind weniger dominant. Dafür zeigen der Punkrock und Doom Metal etwas stärkere Präsenz, was sich direkt im Opener "I Muffle Your Inner Choir" offenbart. "The Hardship Of The Scots" addiert dazu die gerne eingespielten NWoBHM-Einschübe und deutet mehr oder weniger dezent in Richtung von IMMORTALs "At The Heart Of Winter". "Duke Of Gloat" bewegt sich wieder etwas tiefer im schwarzmetallischen Bereich, kommt dabei aber nicht so fröstelnd und garstig rüber wie z. B. "Tundra Leech" oder "Burial Bliss" drei Jahre zuvor. Der Titelsong "Old Star" ist die langsamste und doomigste Nummer der Platte, wogegen "The Key Is Inside The Wall" zum Abschluss einen zackigen Black'n'Roll-Tanz aufs Parkett legt. Der Sound ist etwas klarer und weniger frostbeulig, ansonsten aber nicht weiter gravierend verändert.

Also ist im Grunde alles wie gehabt - DARKTHRONE punken und doomen weiterhin auf ihrer "New Wave Of Black Heavy Metal" durch die Lande und bieten damit gute Unterhaltung. Dabei ist "Old Star" nicht direkt schwächer als "Arctic Thunder", aber in gewisser Weise linearer und weniger unvorhersehbar. Der besondere Reiz des Vorgängers bestand für mich neben der fühlbaren Nähe zum Black Metal auch in den unerwarteten und völlig offensichtlichen Lobpreisungen von MOTÖRHEAD und IRON MAIDEN. Natürlich soll das jetzt keine Aufforderung sein, populäre britische Bands zu kopieren und "Old Star" zu einer neuen Ausgabe von "Onkel Fenriz' große schwarze Hitparade der schwermetallischen Koryphäen" verkommen zu lassen. Vielmehr waren es die besonderen Momente, die wie aus dem Nichts aufblitzten und genauso schnell wieder verschwanden. Sie machten den Vorgänger abwechslungsreich, sprunghaft und irgendwie auch wahnsinnig unterhaltsam - ein Merkmal, das auf der Reise zum alten Stern wohl irgendwo falsch abgebogen ist.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Lord Seriousface (19.06.2019)

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