BATHYUM - The Church Of Euthanasia

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VÖ: 22.06.2018
Bandinfo: BATHYUM
Genre: Black Metal
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste

Wenn es ein Metalgenre gibt, dass man alleine zocken kann oder vielleicht sogar soll, dann ist es wohl Black Metal. Zu kaum einer Stilrichtung passt die schrullige Eigenbrötlerei im heimischen Keller besser als zu dieser wahrscheinlich düstersten Spielart in einem ohnehin schon unangepassten Musikzweig. Da wundert es nicht, dass sich besonders hier die Ein-Mann-Kombos anhäufen und fröhlich in alle Himmelsrichtungen drauflos rumpeln. BATHYUM aus England ist eine dieser Einzelkämpferbands und haut mit "The Church Of Euthanasia" zum zweiten Mal auf die Pauke.

Das einzige Bandmitglied Wyvern spielt klassischen Second-Wave-BM, den er mit gelegentlichen Punkeinschüben und Akustik-Passagen untersetzt. Wirklich schlecht macht der Kollege seinen Job dabei nicht, das Gebräu ist recht eingängig gespielt und auch der kehlige Gesang macht eine gescheite Figur. Wenn man den verstörenden Klagegesang, der den Opener "Penace" einleitet, erst einmal überwunden hat, bietet sich gewohnt kalt-morbides BM-Kino nach Art der 1990er. Mit dem Titelsong "The Church Of Euthanasia" geht es anschließend in die erste Acht-Minuten-Runde. Der Song wartet mit interessanten Riffs auf und hat den ein oder anderen erheiternden Moment, besonders den abrupten Wechsel zum Punkbeat in der Mitte. Die darauf folgende zweiminütige Endlosschleife lässt hingegen verwundert die Repeat-Taste des heimischen Players inspizieren...eine kleine Entschlackungskur hätte hier gut getan, aber geschenkt! In einer ähnlichen Weise entfalten auch das doomige "Summoning The Army Of Spectral Stars" oder "I Never Asked To Be Born" ihren Charme. Aber dennoch stellt man sich die Frage: "warum BATHYUM anstelle einer x-beliebigen anderen BM-Kombo hören?" Die Antwort darauf fällt mir schwer, denn das wirklich durchschlagende, herausragende oder innovative Material suche ich auf "The Church Of Euthanasia" vergebens. Dazu nervt besonders der sterile und vermutlich aus der Büchse stammende Drumsound. Auch die Akustikparts klingen sauber, zu sauber, fast schon mathematisch. Den Gedanken, der sich dabei aufdrängt, will ich eigentlich nicht weiter vertiefen.

Womit BATHYUM allerdings noch "punkten" kann, sind die weichen Faktoren rund um den visuellen Eindruck des Werks, denn mit dem Frontcover treibt der Einzelkämpfer nicht nur gestandene Tierschützer in die Flucht. Klar, wenn man so viel Black Metal hört und supportet wie der Verfasser, dann sollte man bei solchen Ansagen das berühmte Glashaus nicht vergessen. Aber diese plumpe und stumpfsinnige Zurschaustellung eines Tierkadavers hat für mich keinen künstlerischen Mehrwert und ist in etwa so originell wie die Bewerbung des örtlichen Speck-Kinos mit dem Slogan "Sehet her - wir haben auch Titten". Sorry, aber da hat das Genre mehr zu bieten.

Zugegeben, ich halte mich gerne an diesem "Artwork" auf, aber das ist nicht der entscheidende Punkt. Schließlich geht es in erster Linie um die Musik selbst und irgendwo auch um ihren Klang - und in dieser Hinsicht ist "The Church Of Euthanasia" eben recht durchwachsen. Deshalb wird die Scheibe wohl eher in den hinteren Reihen meines Regals stehen, nicht nur wegen des berüchtigten Artworks, aber auch deswegen.

 



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Lord Seriousface (30.06.2019)

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