IMAGO IMPERII - Fate Of A King

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VÖ: 18.07.2019
Bandinfo: IMAGO IMPERII
Genre: Progressive Power Metal
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste

Bevor wieder irgendjemand kommt und uns vorhält, wir würden den Bildungsauftrag hier nicht erfüllen, knöpfen wir uns erstmal das neue Album von IMAGO IMPERII vor. Das Konzeptalbum "Fate Of A King" erzählt die Geschichte von Harold Godwinson. Wer in Geschichte aufgepasst hat, weiß, daß das der letzte König der Angelsachsen war, welcher in der berühmten Schlacht um Hastings (1066) fiel. Ob man viel verpasst hat, wenn man das nicht weiß? Definitiv nein. Aber immerhin gibt es nun entweder die Möglichkeit, diese Wissenslücke hier und jetzt zu füllen, oder einfach nur die Musik von IMAGO IMPERII auf sich wirken zu lassen. Warnung: Beides passiert nicht in ein oder zwei Durchläufen!

Die Jungs aus Bologna machen alles andere als einfach nur Power Metal. Sie wollen ihre Geschichten erzählen und das tun sie mit Leib und Seele. Bandgründer und Sänger Fabio "Gwarner" Guarnieri schmeißt seine gesamte Vokalakrobatik in die Schlacht - er singt, er schreit, er flüstert, er schauspielert. Und gelegentlich schießt er damit übers Ziel hinaus. Sein Co-Bandgründer, Giovanni Esposito, setzt hier angenehme Gegenakzente und beschränkt sein Spiel weitgehend auf epische Klangteppiche und agiert eher verhalten. Sprich: Songdienlich. Das ist das Stichwort für den Gitarristen der Kapelle, Luke Fortini. Als "stark von YNGWIE MALMSTEEN beeinflußt" spricht die Bandinfo. Und verdammt - ja, das kann man so unterschreiben! Der als "Guitar Hero" vorgestellte junge Mann hat bereits einige Soloalben veröffentlicht und zeigt auf Youtube regelmässig sein Können. Tatsächlich erinneren sowohl die Klangfarbe als auch manche Arpeggios stark an Malmsteen. Und wie sein Vorbild lässt auch er zeitweise etwas zu sehr die Sau raus, was dann naturgemäß auf Kosten des Songs geht. Apropos Songs: Die elf Tracks sind durchwegs stark geschrieben. Sieht man von den drei kurzen Intro-Intermezzos "The Tapestry" bzw. "The Landing" und "King's Nightmare" ab, bewegen sich die Längen der Songs teilweise deutlich jenseits der Vier-Minuten-Marke. Abwechslungsreichtum wird groß, Eingängigkeit eher klein geschrieben. Als Beispiel sei hier stellvertretend "Battle Of Stamford Bridge" genannt. Diese Schlacht gilt nach der Niederlage des norwegischen Königs Harald Hardrådes als das Ende der Wikingerzeit. Songtechnisch sehr stark verarbeitet, mit tollen Gesangslinien und (no na!) Yngwie-Gedächtnissolo.

IMAGO IMPERII sitzen derzeit noch zwischen den Stühlen. Wir haben eine geballte Ladung musikalischen und lyrischen Anspruchs und eine Mannschaft, die technische Gustostückerl aus dem Ärmel schüttelt. Es fehlt aber vorerst noch an den richtig großen Momenten, am Wiedererkennungswert und vor allem an leicht zugänglichen Ankern, an denen man sich als Hörer festhalten kann. Womöglich sind aber genau das Parameter, die der Band gar nicht wichtig sind. Wie gesagt: Sie wollen ihre Geschichten erzählen und das gelingt ihnen. Jetzt brauchen sie nur noch Zuhörer.

 

 



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: adl (12.07.2019)

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