BURIAL REMAINS - Trinity Of Deception

Artikel-Bild
VÖ: 12.07.2019
Bandinfo: BURIAL REMAINS
Genre: Death Metal
Label: Transcending Obscurity
Hören & Kaufen: Amazon
Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Unter dem Banner BURIAL REMAINS gibt dieser Tage eine Handvoll erfahrener Extrem-Musikanten aus dem niederländisch-deutschen Dunstkreis ihren Einstand. Den vier Jungs, die auch in Bands wie FLESHCRAWL, DIMÆON, GRIM FATE, usw. ihr Unwesen trieben und treiben, stand anscheinend wieder der Sinn nach einer zünftigen, traditionsbewussten Tracht Prügel. "Trinity Of Deception" ist das Debutalbum der Truppe und zugleich ihr erstes auf Tonträger gebanntes Lebenszeichen.

Die Scheibe, die besonders Konsumenten von ENTOMBED, DISMEMBER, etc. nahegelegt wird, kommt ohne großes Brimborium auf den Punkt und bietet ein wohltuendes Wellnessprogramm für alle Prog- und Post-geplagten Mähnenträger. BURIAL REMAINS verzichten auf neumodischen Schnickschnack, Melodietherapien mit cleanem Singsang sucht man hier so vergebens wie die Feng-Shui-konforme Positionierung der Massagebank. Stattdessen gibt es vom Opener "Crucifixion Of The Vanquished" an eine tiefenwirksame Vollmassage - von echten Kerlen für echte Kerle. "They Crawl" prescht gnadenlos nach vorne und entfernt hartnäckige Gehörgangsverkalkungen, die ohne fachkundige Behandlung selbst Jeff Becerra nach HELENE FISCHER klingen lassen würden. Der hochtourige und leicht angepunkte Song ist die wahrscheinlich interessanteste Nummer der Platte und entfaltet zusammen mit "Burn With Me" die höchste auditive Affinität. Der Titelsong und "March Of The Undead" pflügen standesgemäß den Acker, wobei besonders das zweite Stück auf die wohltuende Wirkung von Wechselbädern aus zügellosem Geprügel und Breakdownpassagen im Stampftempo setzt. Mit "Burn With Me" folgt ein zweites, kleines Highlight, bei dem sich Ralf Hauber (REVEL IN FLESH, HEADS FOR THE DEAD) mit seinen aus der 24. Sohle gegrunzten Vocals die Ehre gibt und seinen Gastgeber Sven beinahe in den Schatten stellt. Nach dem ebenfalls amtlichen "Days Of Dread" folgt noch eine genüsslich zerfleischte Version von KREATORs "Tormentor", bei der man den pubertierenden Löwen am Mikro durch einen adretten, brünftigen Grizzly ersetzt hat.

Für das Mixing und Mastering engagierten BURIAL REMAINS Jonny Pettersson (u. a. WOMBBATH, HEADS FOR THE DEAD), der der Scheibe einen undergroundgerechten und ordentlich drückenden Sound verpasst hat. Besonders gut gefällt mir dabei der herrlich ranzig vor sich hin röhrende Gitarrensound. Mein zentraler Kritikpunkt ist die Länge des Albums, die mit 25 Minuten inkl. einer Coverversion recht kurz geraten ist. Natürlich erwartet im Death Metal niemand ein 70-minütiges Epos, doch wären ein bis zwei zusätzliche Brecher dankbar entgegengenommen worden.

Unterm Strich legen BURIAL REMAINS ein gescheites Debut an den Tag, das kaum einen Oldschool Death Metaller vergrämen dürfte. Wer nach den besagten 25 Minuten immer noch verkrampft und verkalkt ist, sollte einfach die Repeat-Taste drücken und die Therapie von neuem beginnen.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Lord Seriousface (04.08.2019)

WERBUNG: Mass Worship – Mass Worship
ANZEIGE
WERBUNG: HELLOWEEN - United Alive
ANZEIGE