ENTOMBED A.D. - Bowels Of Earth

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VÖ: 30.08.2019
Bandinfo: ENTOMBED A.D.
Genre: Death Metal
Label: Century Media Records
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Lineup  |  Trackliste

Fünf Jahre ist die Trennung zwischen Alex Hellid und seinen damaligen ENTOMBED-Kollegen nun her - und während die Marke ENTOMBED sozusagen kryogenisiert ist, geben LG Petrov und seine Mitstreiter unter dem Banner ENTOMBED A.D. richtig Gas. Drei Alben in einer halben Dekade sind eine respektable Leistung und auch das Bandgefüge blieb einigermaßen stabil. Während der bisherige Live-Gitarrist Guilherme Miranda fest in die Band aufgenommen wurde, strich Tieftöner Victor Brandt die Segel und heuerte als Livebasser bei DIMMU BORGIR an. Auf dem dritten "Renaissance-Album" der Schweden ist daher Gitarrist Nico Elgstrand am Bass zu hören - sonst bleibt alles beim Alten?

Im Grunde genommen schon, denn die mit "Back To The Front" und "Dead Dawn" eingespielte Linie wird stringent fortgeführt. "Torment Remains" eröffnet die Platte standesgemäß mit einem stattlichen Uptempo-Brecher, der ohne besondere Überraschungen auf das folgende Programm einstimmt. Mit "Elimination" folgt direkt die nächste Aggressionsentladung, die für mein Dafürhalten noch besser treibt und zündet als der Opener. Das dazu passende Video zeigt eine Fortsetzung der beliebten Dokumentationsreihe "LG Petrov's Spaß mit Ethanol" und stellt wieder heraus, dass die Band und besonders der Alpha-Elch für ihre Sache brennen. Wie die genannten Stücke stürmen die meisten Songs der Platte mit feuernden Rohren an die Front, mal mehr und mal weniger auf Nummer sicher gebürstet. Besonders hervortun kann sich dabei das punkige und vom Wahnsinn zeugende "Worlds Apart", das sich auch als Soundtrack für einen Film namens "Slamdance In The Nuthouse" eignen würde.

Neben den schnellen Songs gibt es auch den ein oder anderen Ausflug in gediegenere bpm-Gefilde. So entpuppen sich der Titelsong "Bowels Of Earth" und "I'll Never Get Out Of This World Alive" als zünftige Groovebatzen, die ihre Trümpfe im mittleren Tempobereich ausspielen. Wenn man nicht allzu genau hinhört, hält man die zweitgenannte Nummer wahrscheinlich für einen gescheiten Death Metal Abriss, doch handelt es sich in Wahrheit um ein Cover des gleichnamigen Songs von HANK WILLIAMS. Der Vergleich mit der Urversion macht diese herrlich überrissene Hommage an den letzten Song des jung verstorbenen Countrymusikers umso vergnügsamer - oder empörender, je nachdem, welchem Musikgeschlecht man sich am meisten verbunden fühlt. Ebenfalls sehr eingängig ist das prollige "Bourbon Nightmare", das dem schwedischen Death'n'Roll endlich mal eine lässige Slidegitarre zur Seite stellt [kleiner Tipp: wenn man "richtigen" Whisk(e)y süffelt, hält sich der Nightmare in Grenzen]. So oder so ähnlich könnte man sich noch länger über "Bowels Of Earth" auslassen, denn mit Ausnahme der abschließenden Schlaftablette "To Eternal Night" gehen alle Songs gut bis sehr gut runter und zeigen eine positive Entwicklung der "neuen alten Band".

Von einer Einschwingphase zu sprechen, wäre wohl nicht ganz korrekt, denn immerhin spielten die meisten heutigen Bandmitglieder zuvor gemeinsam bei ENTOMBED. Dennoch entsteht der Eindruck, dass ENTOMBED A.D. allmählich als Band zusammenwachsen - oder sagen wir lieber: warmlaufen. Zwar geht auch "Bowels Of Earth" nicht als haushoher Sieger vom Platz, doch ist es das meiner Meinung nach rundeste und ausgefuchsteste Album der ENTOMBED A.D. Ära geworden. Die kleineren Kritikpunkte will ich an dieser Stelle nicht überbewerten und lasse die Viere gerne mal grade sein.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Lord Seriousface (26.08.2019)

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