ILLDISPOSED - Reveal Your Soul For The Dead

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VÖ: 23.08.2019
Bandinfo: Illdisposed
Genre: Melodic Death Metal
Label: Massacre Records
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Lineup  |  Trackliste

Ich gebe mir immer größtmögliche Mühe, um eine Rezension allerspätestens zum Release-Datum eines Albums verfasst und veröffentlicht zu haben, doch manchmal gibt es Werke, die so langweilig sind, dass man es endlos aufschiebt und manchmal gibt es solche, bei denen man sich bis zum Schluss einfach nicht sicher darüber ist, wie man sie denn nun genau einschätzen soll. ILLDISPOSEDs "Reveal Your Soul For The Dead" gehört zu letztgenannter Kategorie - und zwar aus dem Grund, dass mich die Dänen auch schon seit mindestens zehn Jahren begleiten und ihnen schlichtweg Unrecht getan hätte, wenn ich ihr 14. Studioalbum bereits nach den ersten Hördurchgängen in einer Affekthandlung abgewatscht hätte.

Die gute Nachricht: Seit den ersten Durchläufen ist einiges an Zeit verstrichen und "Reveal Your Soul For The Dead" konnte unterdessen enorm wachsen. Die "schlechte" Nachricht: Dieser spezielle finale Klickmoment trat bisher trotzdem nicht ein. Der größte Pluspunkt von "Reveal Your Soul For The Dead" im Vergleich zu den Vorgängern, die Full-Dynamic-Range-Produktion von Dan Swanö, kommt leider nicht vollständig zum Tragen, weil das Songmaterial irgendwie nicht 1-zu-1 auf Augenhöhe mit dem eines "Grey Sky Over Black Town" beispielsweise zu agieren scheint. Dabei sind die klaren Schwachstellen auf die seltsam unharmonischen Rhythmen des Openers "... For The Dead", die vermutlich beklemmend wirken sollen, leider aber den Einstieg erschweren, und "What Will I Become?", das in etwas mehr als vier Minuten relativ ziellos umherirrt, begrenzt.

Ansonsten enthüllen ILLDISPOSED ihre musikalische Seele durchaus im übertragenen Sinne, machen dabei sowohl von ihrer moderneren Melodeath-Formel ("This Is Our Calling For The End" und "We Must Endure") als auch von den unverwechselbaren Death-Grooves der Vergangenheit ("We Are One" und "She's Not In Our Way") Gebrauch und verschmelzen das gerne auch mal formschlüssig ("With Hate" und "Drink It All"). Desöfteren, speziell im abschließenden "All Is Sworn", kommen einem hierbei sogar Alben à la "There's Something Rotten... In The State Of Denmark" in den Sinn, der endgültige Sprung auf dieses Level gelingt allerdings nicht. Besonders schade: Die Black Metal-Einflüsse des Vorgängers sind passé.

"Reveal Your Soul For The Dead" ist also ein mehr als solides Album, lässt sich allerdings nicht so richtig in der Diskografie einordnen, obwohl es die vorgegebene Route der Vorgänger schon irgendwie fortsetzt und ILLDISPOSED definitiv von einer oldschooligeren Seite zeigt. Nichtsdestotrotz fehlt einfach der Funke, der sich nicht genau definieren lässt, mit dem aber doch jeder irgendwann schon mal Bekannschaft gemacht hat. 



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Pascal Staub (27.08.2019)

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