NORTHTALE - Welcome To Paradise

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VÖ: 02.08.2019
Bandinfo: NORTHTALE
Genre: Power Metal
Label: Nuclear Blast Records
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Lineup  |  Trackliste

Skepsis breitet sich in mir aus, wenn ich es mit dem Debütalbum einer vermeintlichen Supergroup, deren Mitglieder im dazugehörigen Pressetext zunächst erstmal sämtliche Einflüsse aufzählen und dabei fast schon entschuldigend betonen, dass sie in erster Linie die Musik machen wollten, die ihnen selbst gefällt, zu tun bekomme. An sich wäre das nämlich auch ein durchaus löblicher Ansatz, doch NORTHTALE übertreiben es mit ihrer Heldenehrung auf "Welcome To Paradise" ein wenig. Damit habe ich das Fazit eigentlich schon vorweg genommen, aber wenn man unterhalb von "unoriginell" noch eine eigene Nische für sich findet, nunja... ich kenne das auch aus den von mir favorisierten Genres und möchte das gar nicht zu stark werten.

SONATA ARCTICA, HELLOWEEN, GAMMA RAY und STRATOVARIUS stehen in ebenjener Promomitteilung, SONATA ARCTICA, HELLOWEEN, GAMMA RAY und STRATOVARIUS sind enthalten - nur eben irgendwie nicht NORTHTALE, oder zumindest nicht so richtig. Warum genau das von der weltweiten Presse so abgefeiert wird, will sich mir nicht gänzlich erschließen, aber vielleicht bin ich auch zu kritisch, vielleicht bedeutet mir EU Power Metal schlichtweg zu wenig, als dass ich mich nachhaltig mit einer Nachbildung befassen würde? Alles möglich, wahrscheinlich liegt die Wahrheit irgendwo in der Mitte verborgen. Dass Bill Hudson (CIRCLE II CIRCLE) und seine Superkollegen fähige Musiker sind, weiß eh jeder, der ihre Vita kennt. "Welcome To Paradise" ist also Minimum solides Handwerk, zudem sehr gut produziert. Trotzdem wird es mir auf ewig ein Rätsel bleiben, warum ein Christian Eriksson ausgerechnet hierfür die aufstrebenden TWILIGHT FORCE verlassen hat.

Bitte verzeiht, dass ich hier keinerlei Songbeispiele nenne, aber "Welcome To Paradise" ist so stark an genannte Interpreten angelehnt, dass sich das Portrait in diesem Fall von selbst zusammenfügt. Zumal zusätzlich erwähnt werden sollte, dass durch all diese "Einflüsse" kein einheitliches Bild entsteht und man daher eher einer Compilation als einem stilechten Album gegenübersteht. Die Wertung ergibt sich einzig und allein daraus, dass das alles kompetent vorgetragen wurde (das Album ist insgesamt sehr gitarrenlastig und melodisch, die Texte kommen weitestgehend ohne Power-Metal-Baukasten aus); aber das alleine und der Hauch von Nostalgie, der durch das sog. Paradies weht, reicht mir persönlich einfach nicht aus, um langfristig zu fesseln. Für echte Power Metal-Nerds hingegen dürfte sich "Welcome To Paradise" durchaus lohnen.



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Pascal Staub (29.08.2019)

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