SLAUGHTBBATH - Alchemical Warfare

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VÖ: 06.09.2019
Bandinfo: SLAUGHTBBATH
Genre: Black Metal
Label: Hells Headbangers
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Die chilenischen Black Metaller SLAUGHTBBATH marodieren seit 17 Jahren durch den südamerikanischen Untergrund und haben sich bisher veröffentlichungstechnisch mustergültig verhalten. Auf ihre knapp zwanzig Veröffentlichungen, unter denen ganz szenekonform die Demos, EPs und Splits dominieren, kommt bis heute gerade einmal ein einziger Langspieler - und der hat immerhin schon sechs Jahre auf dem Buckel. Mit ihrer zweiten Großoffensive "Alchemical Warfare" flog das rumpelnde Trio schnurstracks vor die Radare unserer Redaktion und stimmte dort eine Ode an die Zerstörung an. Mit diesem kriegerischen Akt ergatterten sich D. Desecrator, P. Skullshredder und Negro eine profunde Tuchfühlung inklusive der Verewigung in unseren ständig wachsenden Annalen der harten Musik.

"Alchemical Warfare" liefert eine gute halbe Stunde unzivilisierten, brachialen Black Metal ab, der überwiegend im Uptempobereich durch die skandinavischen BM-Geschichtsbücher brettert. Mit "Ritual Bloodbath" eröffnen SLAUGHTBBATH im Fahrwasser von Schwedenteuflern wie MARDUK oder WATAIN und prügeln drauf los, als gäbe es kein Morgen. Mit "Resuscitated By Immortal Scorn" und "Cavern Of Misanthropy" verpasst das Brutalo-Trio seinem Schwarztee eine anarchische Note, die entfernt an den verpunkten Black Metal CARPATHIAN FORESTs erinnert - natürlich prügeln sie weiterhin drauf los, als gäbe es kein Morgen. Und ob man es glaubt oder nicht, mit "Rejoined Into Chaos" bewegt sich tatsächlich - zumindest anfänglich - eine Nummer im unteren Tempobereich und lässt eine morbide "De Mysteriis Dom Sathanas" Atmosphäre entstehen. Anschließend prügeln SLAUGHTBBATH wieder drauf los, als gäbe es kein Morgen. (Gab´s dann noch ein Morgen? - Redaktor, dein kleiner Freund aus dem All)

Wie man nach den ersten Stücken unschwer erkennt, lassen SLAUGHTBBATH nichts anbrennen und lassen gerne ausgelassen die Sau raus. Die erste Albumhälfte ist beeindruckend in Bezug auf seine Brutalität und gleichzeitige Eingängigkeit - der Gedanke über eine Platzierung in der Vier-Punkte-Liga ist dabei durchaus naheliegend. Doch leider wird es ab dem Titelsong "Alchemical Warfare" ein wenig beliebig und aufgüssig, wodurch der Zauber der ersten Songs verloren geht. Das wäre dann aber auch der einzig nennenswerte Kritikpunkt an einem sonst sehr gelungenen Album. Der Sound ist schlagkräftig und undergroundig zugleich, besonders hervorzuheben sind die ranzigen Gitarren und das kräftige Bass-Rückgrat.

Damit hat unser Ausflug in die südamerikanische Szene wieder gezeigt, dass ihre Vertreter trotz chronischen Schneemangels ernstzunehmenden Stoff abliefern können. Bleibt abzuwarten, ob es für die nächste Scheibe wieder sechs Jahre braucht und ob es die Chilenen zwischenzeitlich über den großen Teich verschlägt. Für das ein oder andere Untergrundfestchen wäre das Trio ein vielversprechender Gast.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Lord Seriousface (05.09.2019)

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