NO BROS - Export Of Hell

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VÖ: 13.09.2019
Bandinfo: NO BROS
Genre: Hard Rock
Label: Pure Rock Records
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Lineup  |  Trackliste

Irgendwo auf dem Weg zu ihrem 45-jährigen Bandjubiläum haben NO BROS ihren Sänger Freddy Gigele verloren und durch Walt Stuefer ersetzt. Die musikalische Frischzellenkur führte zum aktuell vorliegenden Album „Export Of Hell“, das sich NO BROS als Geburtstagsgeschenk in den Gabenkorb legen. Ansonsten ist aber alles beim Alten geblieben – es regieren wieder einmal die 80s-affinen Hardrock-Hymnen, die sich unkompliziert ins Gehör wurmen und dort ein bißchen zu verweilen gedenken.

NO BROS liefern wieder einmal die Essenz rifflastigen 80er-Rocks, die sich in groovigen Titeln wie „Fade“ manifestiert. Der Titeltrack „Export Of Hell“ kommt ein wenig düsterer um die Ecke und bedient, genau wie das fluffige „Alcohol And Bad Decisions“ die Freunde der Hammond-Orgel, während das lässige „Ripped To Pieces“ wieder straight nach vorne geht. Mit Walt Stuefer hat Bandleader Klaus Schubert einen guten Griff getan, harmoniert die starke, rockige Stimme doch gut mit den einfach gestrickten, aber wirkungsvollen Songs. Vor allem im kantigeren „Theatre Of Dreams“, in dem der Neu-Sänger die richtig dreckige Rockröhre heraushängen lassen darf, hat man als Hörer richtig Spaß an der gebotenen Mischung. Dass der Titel von zwei Instrumentals eingerahmt wird, zum einen dem sphärischen Hammond-Erguss „Rainbows In The Dust“, sowie dem flotteren, einmal quer durch die Instrumentenaufstellung solierenden „Way Down To The Edelweiss“, ist ein ungewöhnlicher und durchaus interessanter Aspekt des Albums.

Die Kritik am Vorgänger „Metal Marines“, dass sich insgesamt ein paar Längen eingeschlichen hatten, haben sich NO BROS wohl zu Herzen genommen, denn das reine Album bietet dieses Mal nur zehn Titel, von denen zwei als eineinhalb-minütige Instrumentals ausgeklammert werden können. So präsentiert sich „Export Of Hell“ insgesamt kompakter und besser auf den Punkt als der Vorgänger.

Zum 45er und zur Feier des neuen Sängers gibt es dafür satte vier Bonustracks auf die Birne – darunter zwei Neuaufnahmen von NO BROS-Klassikern aus den Jahren 82/83, „Black Maiden“ und „Holiday With HH“. Zusätzlich gibt es mit „Little Boy“ noch eine Kostprobe aus dem aktuellen SCHUBERT IN ROCK-Album und als Rausschmeißer hat man sich so gar nicht lumpen lassen und  den Crossover-Song „Thousand Years Of Austro Rock“ hinten angetackert, der sich als Hommage an 'Musik Made In Austria' versteht. Die Besetzungsliste dieses einen Titels liest sich wie das Who's Who der heimischen Musikszene und vereint von „The Voice Of Germany“-Sternchen bis hin zu gestandenen Rock-Veteranen wie OPUS oder einigen DRAHDIWABERL-Musikern so ziemlich alles was Rang und Namen hat. Entsprechend ist der Titel auch ein ziemlich vielseitiger Brocken den es zu Schlucken gilt und der dank des Könnens seiner vielfältigen Protagonisten den gewünschten Vibe gut zu transportieren vermag.

Unterm Strich ist „Export Of Hell“ vielleicht für moderne Verhältnisse ein wenig hüftsteif, doch darf guten Gewissens jedem Freund der glorreichen Epoche der Hardrock-Hymnen ans Herz gelegt werden. Überraschungen gibt es bis auf das Bonusmaterial keine, doch dafür ein feines Paket an erdigen, handgemachten Rocksongs, die richtig Spaß machen.

 



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Anthalerero (14.09.2019)

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