SAINT DEAMON - Ghost

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VÖ: 13.09.2019
Bandinfo: Saint Deamon
Genre: Power Metal
Label: Ram It Down Records
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Lineup  |  Trackliste

Ja ist es denn die Möglichkeit? ZEHN Jahre habe ich auf diesen Moment gewartet und irgendwie schien er nie zu kommen... Doch nun dürfen wir uns tatsächlich über das dritte Album der Norweger von SAINT DEAMON freuen. Nachdem man 2008 und 2009 direkt mal eben zwei Longplayer ausgepackt hat, die knackigen Power Metal mit einer Prise Progressive Metal kombiniert haben, sollte danach eine lange Zeit ins Land ziehen... Doch "Ghost" erblickt nun das Licht der Welt und das Artwork versetzt einen sofort zurück in der Zeit. Ein tolles Gefühl! Lässt sich ein Feeling denn über zehn Jahre hinweg übertragen oder bleibt hier nur Schall und Rauch?

Zugegeben, der Opener und zugleich die erste Single "Captain Saint D" wirkte auf mich sehr oberflächlich und bot nicht den Tiefgang, den mir die zwei vergangenen Werke geboten haben. Als Joke kann man das machen, aber wirklich ernst nehmen konnte ich den Track nicht. "Call My Name" hingegen lässt die Gänsehaut mit sofortiger Wirkung folgen... Ein Uptempo Monstrum von einem Power Metal Song, der melodisch voll auf die Kacke haut und mich an die alte Truppe von DIONYSUS erinnert. Kein Zufall, so war Gitarrist Nobby Norberg doch Gitarrist in jener Band. Produktion? Fett, Gesang? ÜBERfett. Jan Thore hat über die Jahre hinweg nichts verlernt und veredelt dieses epische Stück Musik, das einen extrem catchigen Chorus zum Besten gibt. Deutlich antreibender als das, was auf den ersten zwei Alben fabriziert wurde, aber qualitativ aus dem obersten Regal! "Return Of The Deamons" wirkt wieder etwas aggressiver im Hinblick auf die Gangart. Das Tempo ist erneut sehr hoch und das Riffing wunderbar verspielt. Der erste Chorus drosselt zwar nochmal das Tempo, aber in der Folge bleibt man in Uptempogefilden. Der Titeltrack baut mehr Progressivität ein, offenbart vielseitige Akustikparts und zeigt sich hier und da balladesk. In seiner siebenminütigen Spielzeit gibt es viel zu entdecken, wobei wir hier eher einen klassischen Stampfer erleben. In Sachen Epicness baut man hier allerdings nicht ab. Tolle Energie, viel Spielfreude! Meine beiden Highlights finden wir in der Mitte mit "Hell Is Calling" und "Earth Is Alive". Ersterer baut auf sehr moderne Elemente und extrem melodisches Riffing, das einem Ohrwürmer par Exellence beschert. Auch hier erkennt man den progressiven Einschlag, obgleich der Hörer hier nie mit zu komplexem Songwriting überfordert wird. Allgemein scheint man auf längere Songs zu setzen, wo die ersten beiden Werke noch sehr kurz und knackig daher kamen. Bei so einer Variabilität schadet das dem Album allerdings in keinster Weise, zumal es die Herren verstehen, spannende Hooks zu komponieren, die einerseits sofort zünden und sich dennoch entwickeln über die Dauer der Zeit.

"Earth Is Alive" wirkt fast etwas unscheinbar, gehört aber zu den Tracks, die mir sofort im Gedächtnis geblieben sind. Irgendwie verstehen es die Norweger, ihr Songwriting so zu optimieren, dass jede Sekunde perfekt genutzt wird. Mr. Grefstad begeistert mit seiner wunderbar vielseitigen Stimme im ohrwurmlastigen Chorus und lässt mich weiter schweben. In der zweiten Hälfte ist dann doch der ein oder andere Track, den man sich hätte "sparen" können. 14 Songs sind viel Material, vor allem bei der Länge von den meisten Songs. "Land Of Gold" beginnt vielversprechend, verliert mich im monotonen sich immerzu wiederholenden Chorus dann aber vollkommen. "Somewhere Far Beyond" möchte ich noch hervorheben, denn der Song vereint so viele Elemente und schafft es dennoch, kompakt zu sein. Ballade? Irgendwie schon, aber mit extrem viel Power! Ich liebe die Akustikparts und die Art und Weise, wie sich die Nummer immer weiter steigert und an Intensität gewinnt. Die letzten drei Songs sind dann ein solider Ausklang, der nicht mehr an das heranreicht, was ich schon herangezogen habe innerhalb der Rezension.

So ist "Ghosts" ein wirklich gelungenes Comeback geworden, hätte sich selbst aber ein bisschen entschlacken dürfen, denn zwei bis drei Songs wirken doch etwas beliebig und können nicht das hohe Level anderer Songs halten. Dennoch merkt man, wie viel Leben in SAINT DEAMON noch steckt und das die Jungs richtig Bock haben, das kann niemand anzweifeln. Ich hoffe nur, dass es nicht weitere zehn Jahre werden bis zum vierten Album...



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Sonata (09.09.2019)

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