BLACKSTAR HALO - Siren

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VÖ: 13.09.2019
Bandinfo: Blackstar Halo
Genre: Melodic Metal
Label: 24h Entertainment
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Lineup  |  Trackliste

Nach SAINT DEAMON haben wir hier den nächsten Kandidaten, wo geschlagene zehn Jahre vergehen "mussten", ehe uns neues Material in Form eines Longplayers erreicht. Die Jungs von BLACKSTAR HALO haben das Sprichwort "Gut Ding will Weile haben" wohl sehr ernst genommen, doch wollen wir uns nicht zu sehr mit dem Faktor Zeit beschäftigen. Nach dem letzten Werk "Illuminated" folgt nun mit "Siren" endlich der nächste Streich, dem wir uns in den folgenden Zeilen gebührend widmen wollen!

"Bleeding Red Door" leitet das Geschehen mit fetten elektronischen Klängen ein, die sich wie eine Wall Of Sound auf den Hörer niederlegen. Mir gefällt, wie man von Sekunde zu Sekunde immer mehr Sounds hinzuaddiert, ehe das Ganze mit einem Kickstart so richtig losgeht. Markantes Riffing, tolle Melodien und eine dichte Atmosphäre bescheren dem Opener einen guten Start, noch bevor die erste Strophe begonnen hat. Hier erwartet uns ein charismatischer Ville Hovi, der sich in seiner Gesangsleistung wie schon auf dem Debüt sehr variabel zeigt. Auch das Tempo wechselt quasi mit jeder Sekunde und hält die Spannung hoch. Trotz diverser Einschübe bleibt der Song in sich geschlossen sehr homogen und belohnt uns mit einer grandiosen Hook. Interessant finde ich auch die DISTURBED-artigen "Ausuferungen" in der zweiten Strophe, aber hört selbst! "The Queen" wurde schon vor einer Weile als erste Single veröffentlicht und darf als ein bunter Blumenstrauß betrachtet werden. Kompromisse? Hier werden keine gemacht. Es wurde ALLES in den Topf geworfen, woraus BLACKSTAR HALO im Endeffekt dennoch eine perfekte Formel geschaffen haben. In den düsteren Strophen fühle ich mich an NINE INCH NAILS erinnert, was nicht zuletzt daran liegt, dass Mr. Hovi eine ähnliche Stimmfarbe hat wie Trent Reznor. Ich finde es grandios, wie der Song völlig ausartet und es einfach fucking nochmal funktioniert! Blast Beats mit schrillem Gesang? No problem! Das Ganze kombiniert mit einem Chorus, der nicht von dieser Welt zu sein scheint. Für mich persönlich einer der absoluten Hits des Jahres 2019! "Remedy" geht das Ganze etwas geerdeter an und erinnert stark an "Illuminated" von der Gangart her, wobei man sich im Gesamten sowieso an der Stilistik orientiert kombiniert mit mehr Würze. Hier wird ein guter Härtegrad gefunden, der nebst energischer Cleans fette Growls einbindet. Auch die Männer hinter den Klampfen liefern einen grandiosen Job ab und bescheren dem Album sehr vielseitiges Riffing! Auch hier erhält DISTURBED quasi wieder Einzug, denn diese markante Geräuschkulisse kenne ich sonst nur von Mr. Draiman. Der Chorus lässt es ruhiger angehen und zeigt uns die etwas andere Stimmfarbe von Ville. "Wolf The Mender" erlebt einen intensiven Aufbau mit ruhigen Strophen, die in einen der energischten Refrains münden, der vor allem gegen Ende nochmal ein fettes Feuerwerk zündet. Hier wurde großes Gespür für tolle Melodien bewiesen! "Downfall" ist von seiner Machart her ein sehr moderner Song geworden, der ein weiteres Mal die variablen Stimmklänge seitens Ville Hovi einbindet. Mir gefällt die Mischung aus sehr epischen Parts, die dann wiederum durch Modernität abgelöst werden. "Perdition's Air" ist einer dieser Songs, denen man anmerkt, wie viel Arbeit hinter diesem Album steckt. Nein, kein monströses Epos von 20 Minuten Spieldauer, aber extrem viele Elemente, die zu einer Masse verschmolzen worden sind. Das  Beste daran? Es funktioniert! Du kannst nicht ohne weiteres so ein Potpourri zusammenstellen und drauf hoffen, dass es stylisch progressiv wirkt, nein. Ein Gespür für eine derartige Mischung muss vorhanden sein, die diese wunderbare Zusammensetzung folgen lässt. So ist "Perdition's Air" kein komplexer Track, aber er bietet so viel Raum für den Entdeckergeist in uns und das macht ihn so spannend!

"Siren" ist nach "Illuminated" ein sehr konsequenter Schritt und auch wenn es zehn Jahre gedauert haben mag, so kann mich die Platte vollends überzeugen! BLACKSTAR HALO schmeißen derart viele Elemente in einen Topf, dass man befürchten MUSS, es geht in die Hose, doch sie strafen uns Lügen. "Siren" ist die beinahe perfekte Kombination aus modern und klassisch, wo Epicness groß geschrieben wird und man lieber zwei Mal als einmal um die Ecke schaut bzw. denkt!



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Sonata (16.09.2019)

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