WEDNESDAY 13 - Necrophaze

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VÖ: 27.09.2019
Bandinfo: WEDNESDAY 13
Genre: Rock
Label: Nuclear Blast Records
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Lineup  |  Trackliste

JOSEPH POOLE aka WEDNESDAY 13 meldet sich mit der nach seinem Synonym benannten Band zurück an der Studio- und Livefront. "Necrophaze" heißt der Nachfolger des ziemlich düsteren 2017er Albums "Condolences". Nach dem Studium der Promo-Info könnte man auf die Idee kommen, dass das vorliegende Album noch düsterer zu Werke geht liest man da doch u.a. folgendes zu den Hintergründen  bzw. zur Entstehung des neuen Albums: 

"Die Texte in »Necrophaze« werfen ein Licht auf verschiedene Aspekte  des Horrors im wahren Leben. Mit dem Tod seines Freundes und NECROPHAGIA-Fronters Killjoy Anfang diesen Jahres und während er noch über der neuen Bühnen-Maske brütete, entwickelte sich »Necrophaze« und seine Geschichte wie von selbst. “Für mich beginnt es immer mit einem Titel”, erklärt Wednesday  und von dort begann er, sich in eine ganze Menge erschreckender Themen einzuarbeiten. Der Titeltrack ist nicht nur die Vorstellung des Charakters, sondern auch eine Einführung in den furchteinflößenden Zustand der Schlafparalyse. Man kann sich nicht bewegen und sich auch nicht gegen die ‘Schattengestalten’ schützen, die sich um dein Bett sammeln; diese Schatten schweben nicht nur herum und erschrecken Leute, sondern saugen auch deren Seelen aus und hinterlassen einen düsteren Schleier über dem Nichts, das sie zurücklassen. “Ein Schatten ist nur ein Schatten, bis du ein Gesicht drauf machst und du dich nicht mehr bewegen kannst. Dann wird’s ziemlich unheimlich”, erklärt Wednesday. “Ziemlich viel von »Necrophaze« ist mein eigener Albtraum, aber ich habe auch ein bisschen Geschichte darin verarbeitet, es ist also nicht alles nur Fantasie.” 

Soweit, so interessant und so düster. Glücklicherweise ist das Album aber bei weitem humorvoller als sein Vorgänger. Etliche Songs und Lyrics sind mit einem Augenzwinkern zu verstehen. Die ganze Scheibe ist wie ein Horrorfilm der Achtziger aufgebaut und hat auch einige Sprachsequenzen, die u.a. auch von den Filmen JOHN CARPENTERs beeinflusst sind. Das ist gut gemacht und erzeugt Atmosphäre und Stimmung.

Die Industrial-Einflüsse der Vergangenheit wurden weiter zurückgeschraubt und ich würde den Sound als eine Mischung aus ALICE COOPER zu Zeiten von "Brutal Planet" und MARYLIN MANSON, als er noch gut war, einstufen. Also nicht die schlechtesten Referenzen.

Die besten Songs für mich sind in der ersten Hälfte versteckt: Im Intro zum Titelsong ist kein Geringerer als der Vater aller Schock-Rocker zu hören: ALICE COOPER himself, dem WEDNESDAY 13 stimmlich durchaus ähnelt. Passt perfekt als Einstimmung auf die nächsten gut 40 Minuten.

"Bring Your Own Blood" ist ein partytauglicher Rocker, der auch einige Dance-Elemente beinhaltet. "Zodiac" hat den berühmt-berüchtigen Serienkiller aus San Francisco zum Inhalt. Die Riffs knallen hier sehr gut, die Produktion ist stimmig, zwar mit etlichen Effekten unterlegt aber nicht überfrachtet.

                      

"Monster" ist der heimliche Hit von "Necrophaze", er erinnert mich vom Aufbau und Refrain an LORDI, bei dem Song ist Cristina Scabbia von LACUNA COIL als Duettpartnerin vertreten. Der Song sollte schnellstmöglich ausgekoppelt und mit einem Video veredelt werden. Hätte er definitiv verdient. Für mich das Highlight auf "Necrophaze".

"Decompose" war der erste Vorbote des Albums. Der mit einer guten Melodie ausgestattete Song ist zwar nicht das absolute Highlight der Platte aber ist repräsentativ für den Stil des Albums.

                      

Die zweite Hälfte kann nicht mehr ganz mit der ersten mithalten. Das Spoken-Word Intro "Be Warned"  geht direkt in den Stampfer "The Hearse" über, der etwas black-metallisch durch die Lautsprecher tönt.

"Tie Me A Noose" ist für mich der einzige Song der CD, der so gar nicht  zündet. Weder die Strophen noch der Refrain fallen aus der Reihe, so dass man hier eher versucht ist, die Skip-Taste zu drücken.

Bei "Life Will Kill Us All" geht es wieder poppiger zur Sache, ein Song im Stil von "Bring Your Own Blood", zwar ganz nett gemacht ist aber nicht ganz so überzeugend wie der Song der ersten Hälfte.  

"Bury The Hatchet" ist eine sehr schnelle punkige Abgehnummer, die live sicher gut kommen wird. Leider ist das schon der letzte "richtige" Song des Hauptteils des Albums, denn die Synthie-Nummer "Necrophaze Main Theme" ist wie im Kino die Begleitmusik zu den imaginär vor dem Auge des Hörers ablaufenden End-Credits. 

Als Zugabe wurde  "Animal (Fuck Like A Beast)" von W.A.S.P vertont, bei dem  CHILDREN OF BODOM-Frontman Alexi Laiho als Gast mit dabei ist. Ob man das nun unbedingt braucht sei dahingestellt, der Song ist nur leicht durch den WEDNESDAY 13-Fleischwolf gedreht, ansonsten aber weitgehend originalgetreu nachgespielt. Ganz netter Bonus-Track, nicht mehr und nicht weniger.

FAZIT: "Necrophaze" ist ein gutes bis sehr gutes Album geworden, dass die Anhänger von WEDNESDAY 13 mit Sicherheit überzeugen wird. Das Konzept ist stimmig und es wurde mit viel Liebe zum Detail ans Werk gegangen. Die hochkarätigen Gäste tun ihr Übriges. Die Scheibe verfehlt nur wegen ein paar doch nicht ganz so aufregender Nummern knapp die vier Punkte. Im Oktober touren WEDNESDAY 13 übrigens auch in deutschsprachigen Breitengraden. 

 

 

 



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Martin Weckwerth (27.09.2019)

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