CRASHDIET - Rust

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VÖ: 13.09.2019
Bandinfo: CRASHDIET
Genre: Glam Rock
Label: Frontiers Records
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Lineup  |  Trackliste

CRASHDIET sind echte Stehaufmännchen im melodischen Rockzirkus. Mit ihrem 2005er Debut "Rest In Sleaze" starteten sie famos durch und es schien so, als würde da was Großes heranwachsen. Leider blieb die Band von diversen Schicksalsschlägen verfolgt, insbesondere der Suizid von Fronter Dave Lepard in Jahr 2006 warf die Band doch arg zurück. Anno 2013 verstarb dann noch ihr Manager während der laufenden Tour aufgrund eines unglücklichen Sturzes. Die vielen Sängerwechsel trugen natürlich auch nicht zur Kontinuität bei. Mittlerweile ist Gabriel Keyes bereits der vierte CRASHDIET-Sänger.

"Rust" heißt also das brandneue Werk, deren Titel zum Glück nicht entsprochen wird, denn verrostet klingen die Jungs bei Weitem nicht. Beim Opener in Form des Titelstücks fühlt man sich erst einmal ins Jahr 1989 zurückversetzt, als Hairmetal in aller Munde war und MÖTLEY CRÜE "Dr. Feelgood" veröffentlichten. Das Riff des MÖTLEY-Klassikers, nach dem die CD auch benannt wurde, ist bei "Rust" unserer schwedischen Freunde fast eins zu eins übernommen worden und bewegt sich schon arg am Rande der Kopie. Der Refrain driftet dann zum Glück etwas davon ab, so dass unter dem Strich doch ein gelungener Einstieg in das Werk attestiert werden kann. Die Produktion kann sich zwar nicht an BOB ROCK-Niveau messen, aber dennoch ist die Scheibe gutklassig produziert. Kann man nicht von allen Produkten aus dem Hause Frontiers behaupten.

Das gute Niveau wird mit "Into The Wild" gehalten, eine treibende Hymne, bei dem der Neue am Mikro beweist, dass er seinem Job gewachsen ist. Eine etwas rauere Stimme, die gut zum sleazigen Stil der Truppe passt. Die Band agiert nicht allzu süßlich sondern eher im GN'R /CINDERELLA-Fahrwasser, also etwas dem raueren Stil zugetan.

"Idiots" (Video siehe unten) musiziert ebenfalls in bester Pistolen-und-Rosen-Manier, ehe mit "In The Maze" eine Powerballade folgt, die mit ihrem eingängigen Chorus  zu den besten Songs auf "Rust" gehört. "We Are The Legion" beginnt kurz akustisch, ehe man sich dem SKID-ROW-Stil des ersten Albums hingibt. Einen solchen Song bekommen die verbliebenen Skids heutzutage kaum mehr hin. Klasse.

"Crazy" lässt dann erstmals das Niveau etwas sinken, eine  arg versuchte Hymne, deren Refrain etwas eher platt bei mir ankommt. Der rohe Gitarrensound auf "Parasite" erinnert an das MÖTLEY-Debut, zwar auch nicht die absolute Offenbarung der Song, dennoch besser als der vorherige.

"Waiting For Your Love" stellt die einzige Ballade auf "Rust" dar. Guter Song, der auch direkt aus den glorreichen Achtzigern stammen könnte, als man Songs dieser Machart ganz vorne in den offiziellen Pop-Charts vorfand. Lang ist es (leider) her.

Das metallische "Reptile" drückt das Gaspedal bis zum Bodenpedal durch, ehe man bei "Stop Weirding Me Out" wieder auf eine im Chorus stampfende Hymne setzt, die zudem einige Tempowechsel aufweist. Der Abschlußtrack "Filth & Flowers" stellt eher wieder Durchschnittskost dar, wobei man sagen muss, dass "Rust" ein durchaus hohes Qualitätslevel aufweist.

Den sympathischen Schweden würde man wünschen, dass ihnen einmal der große Wurf gelingt und dass insbesondere, was die Sängerfront angeht, Stetigkeit einkehrt.

3,5 Punkte für ein rostfreies "Rust".

                 

                  

                 

 

 



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Martin Weckwerth (30.09.2019)

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