COLD - The Things We Can't Stop

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VÖ: 13.09.2019
Bandinfo: Cold
Genre: Alternative Rock
Label: Napalm Records
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Lineup  |  Trackliste

Schon seit 1996 aktiv, haben COLD aus Jacksonville, Florida, eine bewegte Vergangenheit hinter sich. Zunächst unter dem Namen GRUNDIG gegründet, musste sich die Band aufgrund von Namensrechtstreitigkeiten mit der deutschen GRUNDIG AG einen anderen Bandnamen überlegen. Der Name COLD war in dieser Hinsicht nicht unbedingt die kreativste Alternative, aber immerhin konnte niemand diesen Namen exklusiv für sich reklamieren.

In der Folge wurde Fred Durst (LIMP BIZKIT) auf die Band aufmerksam und nahm sie unter Vertrag. Dieser Schachzug entpuppte sich als Glücksgriff für beide Seiten, denn das auf Dursts Label A&M erschienene Debüt „Cold“ verkaufte sich in den USA bereits recht gut. Zwei Jahre später dann gelang der Band mit ihrem zweiten Album der Durchbruch. „13 Ways To Bleed On Stage“ hielt sich 27 (!) Wochen in den US-Billboard-Charts. Mit dem dritten Album „Year Of The Spider“ wurden diese Verkaufszahlen nochmals getoppt: Das Album wurde 21 Wochen in den US-Charts notiert und gelangte bis auf Position 3.

Nach „A Different Kind Of Pain“ (2005), „Superfiction“ (2011) und mehr als einer Million verkaufter Tonträger, allein in den USA, wurde es still um Scooter Ward & Co., der sich zunächst anderen Projekten widmete. Nun also legen die Alternative-Rocker Album Nr. sechs vor, das unter dem Titel „The Things We Can´t Stop“ in die Läden kommt. Nach einem Intro, das eine verzerrte Kinderstimme zu sphärischen Orgelklängen bietet und mit der Aussage „I didn´t care“ endet, startet die Scheibe mit „Shine“, einem Song, der immenses Hitpotential hat und die Richtung des Albums vorgibt. Melancholisch, getragen, laid-back, mit Harmonien, die zwar nicht neu wirken, dafür aber umso zwingender im Ohr bleiben.

„Snowblind“ und „The Devil We Know“ schalten in Sachen Hittauglichkeit nur geringfügig zurück, bevor dann mit „Run“ eine Cover-Version des SNOW PATROL Welthits folgt, der mir in der Version der Briten etwas besser gefällt, vielleicht auch deshalb, weil es dieses Cover nicht unbedingt gebraucht hätte, da es zu nah am Original bleibt und LEONA LEWIS mit ihrer Version bereits Maßstäbe gesetzt hat.

Ab diesem Zeitpunkt folgen die stärksten Titel des Albums. „Better Human“, das rockige „Without You“ und das wundervolle „Quiet Now“ (Anspieltipp) leiten über zum extrem starken Abschluss. Nach „The One That Got Away“ folgt mit „Systems Fail“ ein Titel, der sofort mit dem ersten Hören im Gedächtnis bleibt. Der Signature-Track des Albums, beinhaltet er doch alle Facetten einer Band, die sich nach großem kommerziellen Erfolg und anschließendem Absturz erneut aufschwingt, die Spitzen der Charts zu erklimmen. „Beautiful Life“, die einzige, reinrassige Ballade der Scheibe und „We All Love“ sind weitere High-End-Nummern, die einfach Spaß machen.

FAZIT: COLD legen mit „The Things We Can´t Stop“ nach acht Jahren Dornröschenschlaf Album Nummer sechs vor, das die Band zurück in die Erfolgsspur bringen sollte. Das Album ist durchzogen von einer latenten Melancholie, die sich deutlich im Songwriting niederschlägt. Somit ist „The Things We Can´t Stop“ das leiseste Album der Bandgeschichte, denn während die Vorgänger durchaus Ecken und Kanten hatten, ist das neue Werk merklich auf Radiotauglichkeit getrimmt. Das wird Fans der ersten Stunde eventuell enttäuschen, das Ergebnis hingegen ist für sich genommen stark genug, eventuelle Abgänge zu kompensieren.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Stefan Haarmann (28.09.2019)

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