SAXORIOR - Hem

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VÖ: 27.09.2019
Bandinfo: SAXORIOR
Genre: Pagan Metal
Label: Einheit Produktionen
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Lineup  |  Trackliste

Seit zweieinhalb Dekaden, also exakt 25 Jahre, bestehen SAXORIOR schon, wenn sie am 27. September ihr achtes Album namens "Hem" herausgegeben haben und damit nun gebührend das beachtliche Jubiläum zelebrieren wollen. Während das Quintett sicherlich schon zu Gründungstagen auf regionalem Pflaster sowie im Untergrund bekannt gewesen sein sollte, ist man spätestens mit dem Vorgänger "Saksen" (unser Review dazu findet ihr hier) auch einem etwas breiterem Publikum aufgefallen. Ob das am Wechsel zu Einheit Produktionen und deren guter Promoarbeit liegt oder lediglich mit dem Schritt, vollständig auf in deutscher Sprache verfasstes Textgut zurückzugreifen, einhergeht, lässt sich nur schwer abschätzen - die steigende Reputation der sächsischen Spätzünder ist jedoch verdient.

In ihrer eigens ausgearbeiteten Felsspalte irgendwo im Osterzgeberige, der Nische, in der lokale Geschichten und Mythen mit altmodischem Melodic Black Metal gekreuzt werden, fühlen sich SAXORIOR jedenfalls auch auf "Hem" wieder buchstäblich heimisch und begeben sich erneut auf den mit "Saksen" erfolgreich begonnen Steig zurück in vergangene Tage: Von einer Ode an die Entstehung der sächsischen Naturpanoramen ("Land aus Stein"), über die Hussitenkriege ("Hussiten") bis hin zu zur "Pan Dietrich"-Sage entdeckt man auf "Hem" zahlreiche interessante Themen, die zur Quellensuche parallel zum Hören des Albums anregen und merklich vom üblichen Muster des Pagan-Segments abweichen.

Passend dazu legen SAXORIOR einen instrumentalen, von Moos sowie Wind und Wetter abgeschundenen Grundstein, der auf charismatisch-authentische Art für eine nostalgische Stimmung bürgt, die nur noch sehr wenige Interpreten in dieser Form auftafeln. Für manch einen mögen an dieser Stelle eher negative Konnotationen im Raume stehen, aber das darf durchaus als Lob verstanden werden, wo doch die Moderne in einem Genre wie dem Pagan Black Metal oftmals gleichbedeutend mit der Abkehr von Glaubwürdigkeit und Atmosphäre in Verbindung steht. Schroff und manchmal auch etwas umständlich, im positiven Sinne beharrlich-unprofessionalisiert bzw. steinern dem neumodischen Zeitgeist Widerstand leistend geht es auf "Hem" zu und genau das ist es auch, was in der Ära von Loudness Wars sowie soundtechnischen Raffinessen noch und nöcher für die nötige Abwechslung sowie ein gesundes Maß Nostalgie sorgt.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Pascal Staub (15.10.2019)

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