TUNGSTEN - We Will Rise

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VÖ: 20.09.2019
Bandinfo: TUNGSTEN
Genre: Melodic Metal
Label: Arising Empire
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Lineup  |  Trackliste

Scheint der Bandname TUNGSTEN auch noch so kreativ gewählt zu sein, tummeln sich bei näherer Betrachtung drei noch aktive Bands (zwei amerikanische, eine französische) unter derselben Bezeichnung, eine vierte (amerikanische) hat sich mittlerweile aufgelöst. Welche haben wir denn nun mit ihrem neuesten Release im Player stecken? Surprise, surprise: Keine der oben genannten. Unter dem Bandnamen TUNGSTEN, (take five, wenn ich niemanden übersehen habe) firmieren nun Ex-HAMMERFALL-Drummer Anders Johansson, dessen Söhne Karl und Nick, sowie Mike Andersson, der den Gesang übernahm.

Während die Namensvetter Sludge-, Heavy- und Progressive Metal spielen, verwenden die „neuen“ TUNGSTEN Elemente des Melodic-, Folk-, Progressive- und Power-Metal. Die Mischung, die neben HAMMERFALL an Bands wie POWERWOLF, BLOODBOUND oder GLORYHAMMER erinnert, kann als durchaus gelungen angesehen werden, wobei TUNGSTEN ganz nebenbei auch Ecken und Kanten offenbaren und sich zudem trauen, diverse Crossover-Einflüsse einzuarbeiten. Das Cover-Artwork stammt im Übrigen von Andreas Marshall, der bereits für HAMMERFALL, SODOM, BLIND GUARDIAN, RUNNING WILD, GRAVE DIGGER, IN FLAMES, OBITUARY, KREATOR und HATE ETERNAL seiner Kreativität freien Lauf ließ.

„We Will Rise“ eröffnet den Reigen der zwölf Tracks mit zunächst sanften Tönen, die im Laufe der Zeit treibender Double-Bass-Action weichen müssen, ein Titel, der als Opener perfekt gewählt ist – nicht zu poppig, nicht zu edgy – und während „Misled“ zu den poppigeren Vertretern des Albums zählt, zieht das Songwriter-Trio Johansson dann mit „The Fairie’s Dance“ sogar leichte Metalcore-Register, was die Nummer extrem unterhaltsam macht.

„Coming Home“ hat einen leicht progressiven Touch, bevor sich mit „It Ain´t Over“ die erste, wirkliche Hymne Bahn bricht. „As I´m Falling“ erinnert mit den Auftakt-Chören „hooh-haah“ etwas an DSCHINGHIS KHAN, ein Eindruck, der durch die Strophe sofort konterkariert wird, die durchaus härteren Stoff liefert und die von Ralph Siegel produzierte Truppe locker in die Flucht geschlagen hätte. „Sweet Vendetta“ im Anschluss ist ein echter Ohrwurm, der perfekt zwischen hart-rockender Strophe und melodischem Chorus balanciert.
„Animals“ besitzt typische Folk-Harmonien und ist dennoch alles andere als zahm, auch hier wieder aufgebrochen durch Metalcore-Screams, die die Hörer/Innen aus der Kuschelzone hinaustreiben, bevor mit „Remember“ die zweite Mitsing-Hymne ansteht. „To The Bottom“ fällt etwas ab, da hier gute Ansätze nicht konsequent ausgearbeitet werden. Immerhin gibt es mit „Impolite“ und „Wish Upon A Star“ zum Abschluss zwei weitere Songs, die überdurchschnittlich gut gefallen können.

FAZIT: Das Debüt „We Will Rise“ der Schweden-Metaller TUNGSTEN ist ein solides Erstlingswerk, das neben Anleihen an diverse Melodic-Metal-Acts auch mit Metalcore- und Crossover-Elementen punkten kann, die der Band Eigenständigkeit und Wiedererkennungswert verleihen, ohne die Hooklines zu zerstören. TUNGSTEN kreieren mit „We Will Rise“ ein Album, das teilweise auch jenseits ausgetretener Pfade kommerziell erfolgreicher Zeitgenossen agiert und sich anschickt, über Genregrenzen hinaus zu wildern.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Stefan Haarmann (26.09.2019)

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