DAWN OF DESTINY - The Beast Inside

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VÖ: 04.10.2019
Bandinfo: Dawn Of Destiny
Genre: Power Metal
Label: Ram It Down Records
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Lineup  |  Trackliste

Vier Jahre sind schon eine ordentliche Zeitspanne, was den Releasezyklus von DAWN OF DESTINY anbelangt, denn normalerweise waren die Ruhrpottler immer sehr fix darin, einen Nachfolger als nächsten Longplayer zu präsentieren. Dazu sei gesagt, dass Songwriter Jens Faber zwischenzeitlich mehr oder minder ein Soloalbum veröffentlicht hat, das einige hochkarätige Gäste inne hatte, die unverwendetes DAWN OF DESTINY-Material sowie einige neue Tracks veredeln durften. Nun ist DAWN OF DESTINY wieder an der Reihe, die mit RAM IT DOWN RECORDS ein durchaus aufstrebendes Label gefunden haben. "The Beast Inside" durchläuft wie schon die letzten Platten ein Konzept, das eine interessante Geschichte erzählt. Diesmal dreht sich vieles um die psychische Verfassung unserer Hauptprotagonistin Christine, die auf der Suche nach ihrer eigenen Mutter ist. Es ist durchaus spannend, was für eine vielschichtige Geschichte uns Jens Faber in musikalischer Form präsentiert und so empfehle ich jedem, einen Blick ins Booklet zu werfen, denn sowohl die Lyrics als auch das Konzept geben tolle Einblicke.

Musikalisch orientiert man sich größtenteils an den letzten beiden Vorgängern, was im Endeffekt kernigen Melodic Metal mit einer Prise Power und Progressivität bedeutet. "The Beast Inside A Beauty" gewährt nicht nur bereits anhand des Titels einen Einblick in Sachen Story, es präsentiert vor allem einen spannenden Beginn. Viele Elemente erhalten Einzug vom melancholischen Piano bis hin zu brachialem Riffing, das ummantelt wird von Jeanettes charismatischer Stimme. Die diversen Tempiwechsel gestalten das Geschehen dynamisch und so gibt es bereits in den ersten viereinhalb Minuten sehr viel zu entdecken. DAWN OF DESTINY schaffen es immer, ihre Kernelemente zu verwursten und so vermag es auch der Opener, auf der einen Seite progressive Einschübe zu verarbeiten und auf der anderen dennoch einen ohrwurmlastigen Refrain zu implementieren, der genau das ist, wofür ich die Band schätze. "It's My Fate" geht in Sachen Progressivität allerdings ein Stückchen weiter und arbeitet mit emotionalen Akustikparts, die gerade im Bezug auf die Story eine tolle Atmosphäre ergeben. Der Song durchlebt viele Stimmungen und gerade der Mittelteil gestaltet sich grandios, wo es fast den Anschein hat, als würde hier ein Torero einen Todeskampf gegen einen Stier ausfechten. Gerade im Kontext des psychologischen Inhalts der Geschichte wurde das hier musikalisch sehr interessant umgesetzt. Eines der Stücke, das mit jedem Durchlauf wächst und vor allem in der Tiefgründigkeit der Lyrics zu punkten weiß. Stücke wie "Pain In Me" und "Peace Of Mind" gehen es gediegener an und verlagern sich eher auf die melodische Komponente, die seither eine Stärke von DAWN OF DESTINY verkörperte. Große Melodien, die im kleinen Rahmen super verpackt werden und dennoch einen musikalischen Tiefgang integrieren. "Fight Your Inner Demons" ist einer dieser Songs, der mich sofort begeistern konnte, denn auf der einen Seite spielt er mit einer extrem düsteren Atmosphäre, die einen förmlich erdrückt, und auf der anderen Seite ist es das melodische Riffing, das eine ungemeine Energie freisetzt und den Song veredelt.

"Surrounded" kommt sehr brachial daher und integriert Jens' Growls, die er etwas zurückgeschraubt hat, was denke ich einerseits am Konzept, aber andererseits auch an dem Umstand liegt, dass er Jeanette mehr Raum verleihen wollte. Das funktioniert soweit auch ganz gut, lässt aber glücklicherweise dennoch Platz, um auch solche Momente unterzubringen. Vermisst jemand den schnellen, Power Metal lastigen Touch von "Rebellion In Heaven"? Dann sei euch "If We Close Our Eyes" ans Herz gelegt, denn musikalisch fühlte ich mich gerade bei dieser Nummer ins Jahr 2008 zurückversetzt, was aber eben auch einen gewissen Charme versprüht! Zum Abschluss bekommen wir mit "Longing" eine herzzerreißende Ballade serviert, die das Konzept in Musikform wunderbar abrundet. "The Beast Inside" ist insgesamt etwas schwerer zugänglich als "To Hell" und "F.E.A.R.", belohnt den Hörer allerdings, wenn er am Ball bleibt. DAWN OF DESTINY haben es bis zum heutigen Tage noch nicht vollbracht, ein mittelklassiges Album zu veröffentlichen, weshalb es umso erstaunlicher ist, dass ich hier die bisher "niedrigste" Punktevergabe folgen lasse, die ich einer DOD Platte habe zukommen lassen. Mit einer 4/5 fällt das immer noch sehr positiv aus und ich mache lediglich den Abstrich, dass mir die letzten beiden Werke insgesamt einfach besser gefallen haben.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Sonata (08.10.2019)

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