BLACK STONE CHERRY - Black To Blues, Volume 2

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VÖ: 01.11.2019
Bandinfo: BLACK STONE CHERRY
Genre: Southern Rock
Label: Mascot Records
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Lineup  |  Trackliste

Als ich BLACK STONE CHERRY vor etwa elf Jahren zum ersten Mal vor die Linse bekam, war die Band noch ein Geheimtipp, ein Quartett von langhaarigen Underground-Rockern in schmuddeligen Lederkutten, die unauffällig die kleinen Bühnen großer Festivals bespielten. Heute, eine gute Dekade und vier Studioalben später, sind die Jungs längst einem breiteren Publikum bekannt. Und dies nicht zu Unrecht, denn schließlich haben sie zuletzt mit "Kentucky" und "Family Tree" wieder zwei sehr potente Pferde ins Rennen geschickt. Wie der erfahrene BLACK STONE CHERRY Besucher weiß, sind die Herren aus Kentucky auch dem Covern von klassischer, amerikanischer Gitarrenmusik nicht abgeneigt. So wunderte es wenig, dass anno 2017 eine Tribute-EP namens "Black To Blues" erschien, mit der die Band bekannten Bluesmusikern wie MUDDY WATERS oder WILLIE DIXON huldigte und ausgewählte Songs dieser Interpreten in ihrem eigenen Soundgewand präsentierte.

Da diese Unternehmung offensichtlich gut ankam und auch der Band entsprechend vergnügsame Stunden bereitete, legen BLACK STONE CHERRY nun mit "Black To Blues, Volume 2" nach. Auch hier wurden wieder sechs Songs aus der amerikanischen Blues-Geschichte erwählt und "blackstone-isiert". Das Ganze passt natürlich wie die Faust aufs Auge und wenn man es nicht besser weiß, könnte man die EP auch für eine originäre BSC-Veranstaltung halten. Dies zeigt sich besonders mit Augenmerk auf die jüngste Langrille "Family Tree", bei der es Chris Robertson und Co. hörbar blueslastiger angingen und ihren klassischen Holzhammer-Groove enger an der Leine hielten. Zudem unterscheiden sich die Songs durch ein hohes Maß an Eigenkomposition deutlich von den Originalen und bekommen dadurch eine dominante Kentucky-Note. Bei ROBERT JOHNSONs "Me And The Devil Blues" - das im Original nur aus Gitarre und Gesang besteht - geht dies sogar so weit, dass die komplette Musik neu geschrieben und lediglich der Text übernommen wurde.

Wie bereits angerissen, erscheint die Symbiose aus altgedienten Blues-Perlen und BLACK STONE CHERRY erneut als runde Sache. Seien es die nachklingenden "Family Tree"-Vibes oder die angeborene Vorliebe der Kentucky-Rocker für ihre eigenen musikalischen Wurzeln - das Ergebnis ist einfach genial und erstrahlt nebenbei in einem makellosen Sound. Die Musik geht in Mark und Bein und Chris Robertson erweist sich mal wieder als einer der markantesten Sänger seines Genres. Sein durchdringendes Organ bringt ein Maß an Leidenschaft und Seele, das man so nicht an jeder Ecke geboten bekommt. An der Orgel gibt sich überdies Kevin McKendrees (u. a. DELBERT MCCLINTON, BRIAN SETZER) Sohn Yates die Ehre ("Down In The Bottom", HOWLIN' WOLF). Und wie "Early One Morning" (im Original von ELMORE JAMES, auch bekannt als "King Of The Slide Guitar") beweist, steht auch die Slidegitarre dem Quartett hervorragend zu Gesicht.

Das Konzept von "Black To Blues" ist auch im zweiten Anlauf ein sehr kurzweiliges Vergnügen und wäre einer weiteren Fortführung würdig - sei es als Tribute-EP oder in Form einer nahtlosen Anknüpfung an "Family Tree". Komme es, wie es wolle - zumindest der Verfasser sieht der Sache offen optimistisch entgegen. Und wenn es soweit ist, darf nicht nur der französischsprachige Fan seiner Liebsten lüstern flüstern: "BLACK STONE, Chérie?" - die Antwort darauf sollte klar sein!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Lord Seriousface (01.11.2019)

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