JD MILLER - Afterglow

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VÖ: 18.10.2019
Bandinfo: JD MILLER
Genre: Melodic Hardrock
Label: Mighty Music
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Lineup  |  Trackliste

Irgendwie nervt das neue Album der schwedischen JD MILLER. Weil es „Afterglow“ dem Hörer nicht einfach macht, sich eine Meinung zu bilden. Es gibt immer wieder Momente und ganze Passagen, wo man denkt: Super! Das ist modern klingender AOR mit für das Genre vergleichsweise harter (Gitarren-)Schlagseite; und die Jungs haben ein Händchen für schöne Melodien. Die Band, die seit 2011 besteht und bisher zwei Alben veröffentlichte – "Grand Intentions“ (2014) und „World War X“ (2017) – könnte damit tatsächlich Bands wie PRETTY MAIDS, ECLIPSE oder H.E.A.T. Konkurrenz machen oder sie gar übertrumpfen. Dann kommt jedoch ein großes Aber – und das ist die andere, nervige Seite des Albums: Die Truppe schafft es nicht, aus tollen Einfällen, richtig konsistente, packende Songs zu arrangieren. Und zerschießt eine tolle Idee auch gern mal mit einer schlechten.

So in „Inception“, wo auf einmal völlig unpassend wirkende Stampf-Gitarren und -Keyboards Erinnerungen an das Plakative von SABATON aufkommen lassen. Auch beim Opener fühlen sich die Drums und Gitarrenriffs etwas zu stampfig an, die Keyboards an ein paar Stellen etwas zu duddelig, dafür gibt es aber ein paar hübsche Versmelodien und ein okayer Refrain. Nur etwas besser gelungen ist das folgende „Game Of Love“, das mit einer kurzen warmen Gitarrenharmonie und einem Refrain aufhorchen lässt, der durchaus Langzeitwirkung entwickeln könnte, wenn da nicht wieder diese stampfenden Drums und Keyboards wären. Das will nicht so recht zueinander passen.

Generell hätten die Songs kürzer ausfallen können. Beispielsweise „In The Afterglow“ so eine Art Halbballade, die eigentlich ganz gefällig ins Ohr fließt, sich aber schnell abnutzt und somit gern eine Minute kürzer hätte sein können. Seltsamerweise sind die Songs in der zweiten Hälfte (ab dem überflüssigen „Light Your Fire“) klar stärker als in der ersten Hälfte. Völlig gelungen ist „The Desire“, was in erster Linie am Refrain liegt, der es schafft, die wiedermal stampfenden Drums zu übertönen. Auch „Burned Alive“, „The Answer“, die poppig-fluffige Halbballade „Auburn Skies“ und vor allem „Devilstorm“ (mit eingängigem Tralala-Refrain) sind gute Songs mit tollen Momenten. Aber auch diese Songs wirken, trotz all der wirklich guten Melodien, nicht kompakt genug und etwas zu lang.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Tobias (25.10.2019)

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