RITUAL STEEL - V

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VÖ: 25.10.2019
Bandinfo: RITUAL STEEL
Genre: Heavy Metal
Label: Pure Steel Records
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Lineup  |  Trackliste

RITUAL STEEL, die Band um Schlagzeuger Martin Zellmer, die in ihrer norddeutschen Heimat als Kultband gehandelt werden soll, existiert bereits seit bald 20 Jahren und poppt alle paar Jahre mit einer neuen Veröffentlichung auf. Das letzte Lebenszeichen, "Immortal" (2013), war eine recht durchwachsene Angelegenheit, die unserem Metalcowboy Django einen nervösen Zeigefinger (Stichwort "Skip-Taste") bescherte, von dem er sich dem Vernehmen nach bis heute nicht erholt hat. Das Markenzeichen der Band ist klassischer Heavy Metal mit US-Prägung und thrashiger Schlagseite.

"Nach sechs Jahren haben Drummer Martin Zellmer und seine Truppe ein neues Album zusammengeschustert", steht in der Labelinfo und besser kann man RITUAL STEELs neue CD "V" kaum auf den Punkt bringen: Zusammengeschustert. Irgendwie wirken die neun Songs ziemlich unausgereift und lieblos eingespielt. Sänger John Cason klingt als würde er Schwerstarbeit leisten, um die höheren Lagen zu erreichen. Dass die Vocals gemeinsam mit den Drums auch noch sehr in den Vordergrund gemischt wurden, ist dem Hörvergüngen nicht unbedingt zuträglich. Dabei sind die Songs selbst nicht mal so übel, vor allem zu Beginn des Albums. Bei "Civil Unrest" gibt es etwa einen maidenesken Mitsingpart, für den Blaze Bayley vermutlich einen Mord begehen würde. Dafür spielt die Gitarre im Hintergrund dermaßen unsauber, dass die Frage im Raum steht, ob das Album unter derartigem Zeitdruck entstanden ist, dass es keinen Spielraum für Überarbeitungen gab. Dass Sven Böge das sehr viel besser kann, bewies er erst vor wenigen Wochen mit dem herausragenden IVORY TOWER Release "Stronger".

Um es brutal zu sagen: RITUAL STEEL funktionieren am besten wenn die Gitarren fräsen, die Drums vorwärts treiben und der Sänger kurz die Klappe hält. "Doomonic Power" sei hier als stellvertretendes Beispiel genannt. Dennoch kommt die Platte nicht über die Qualität eines etwas besseren Demos hinaus. Der rohe, kantige Mix und die schon erwähnten unsauberen Passagen mögen für mache vielleicht einen gewissen Oldschool-Charme haben, doch im fortgeschrittenen 21. Jahrhundert darfs dann schon ein bisschen ausgewogener und geschliffener sein.

 



Bewertung: 2.0 / 5.0
Autor: adl (05.11.2019)

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