HELLYEAH - Welcome Home

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VÖ: 27.09.2019
Bandinfo: HELLYEAH
Genre: Metal
Label: Eleven Seven Music
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Lineup  |  Trackliste

Sogenannte Supergroups haben es ja oft an sich, dass sie eine sehr kurze Halbwertszeit besitzen. Bei HELLYEAH verhält es sich ein wenig anders. Die Truppe ist schon seit 2006 gemeinsam unterwegs und hat jetzt ihren sechsten Longplayer vorgestellt, der viel Licht aber auch einiges an Schatten bietet.

Wie ja hinlänglich bekannt sein dürfte, ist während den Aufnahmen für dieses Album Ex-PANTERA-Drummer Vinnie Paul leider viel zu früh verstorben. Seine Drum-Spuren hatte er da bereits eingespielt und das Album stellt somit sein musikalisches Vermächtnis dar.

Der Opener "333" lässt auch ganz klar PANTERA-Züge erkennen. Mit fetten Riffs und groovendem Beat fährt es einem gleich in die Knochen. "Oh My God" schließt, obwohl eine Spur langsamer, nahtlos daran an. Da erkennt man schon den Einfluss, den Vinni Paul auf das Songwriting gehabt haben dürfte. Der Titeltrack "Welcome Home" schaltet noch einen Gang zurück und zeigt sich wie das folgende "I'm The One" als Alternative-Rock-Scheibe. Klingt zwar immer noch ganz OK, die Energie der beiden Eröffnungstracks kann man damit aber nicht mehr transportieren.

Überhaupt scheint es, als wäre man sich selbst nicht ganz sicher, welche Richtung musikalisch eingeschlagen werden soll. Wie erwähnt findet man zu Beginn PANTERA-Versatzstücke, dann folgt Alternative-Metal, in Track Nummer Fünf "Black Flag" bedient man sich im Refrain aus dem Nu-Metal-Regal und "Perfect" ist so ein zuckersüßer Teen-Radio-Rock-Track, dass man glaubt, jemand hätte einem ein Album einer anderen Band untergejubelt. "Boy" mit seinem Sprechgesang lässt einen ohnehin ratlos zurück. Den emotionalen Abschluss bildet die Ballade "Skyy And Water" sowie "Irreplacable", wo nochmal Vinni Paul im O-Ton zu hören ist.

"Welcome Home" lässt den Hörer ob der wilden musikalischen Mischung, die einem kredenzt wird, zwiegespalten zurück. Wenn ohne Vinni Paul die zu erkennenden Einflüsse aus seinem musikalischen Leben zukünftig nicht mehr bei HELLYEAH einfließen ist zu befürchten, dass sie zu beliebig und austauschbar werden, so wie mancher Song auf diesem Album.



Bewertung: 2.5 / 5.0
Autor: Hans Unteregger (09.11.2019)

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